Ausschließlich Besuchern mit 4-TAGE 20th ANNIVERSARY EXTENDED TICKET ist Anreise und Camping bereits ab Mittwoch 22 Uhr bis zum Donnerstag 12.00 Uhr vorbehalten.
Ab Donnerstag 12.00 Uhr wird der Campingplatz auch für Besitzer des 3- Tage FESTIVAL-TICKET eröffnet. Vorher ist dies für Besucher mit 3 Tagesticket nicht möglich.
Bitte beachtet, das ausschließlich Besucher mit einem gültigen 4-TAGE 20th ANNIVERSARY EXTENDED TICKET Donnerstag Einlass ins Festivalgelände zu den Konzerten auf der Mainstage gewährt wird. Besitzern des 3- Tage FESTIVAL-TICKETS wird erst ab Freitag Zugang zum Konzertgelände gewährt.
Jedes Fahrzeug benötigt eine Parkvignette (Einheitspreis für alle Besucher) um Zugang zum Campingplatz zu erhalten. Weitere Fragen und Infos unter: www.withfullforce.de
Die kultigen Seelenschlürfer-Schweden Adept wissen, wie man eine bärige Metalcore-Keule schwingt und gezielt in die Fresse dropt. Aber: Immer wenn es allzu stumpf zu werden droht, haben diese Melodie-Auskenner ein treffliches Postcore-Pflaster zur Hand, um es ebenso souverän über die eben zugefügten Blessuren zu kleben. Keine Ahnung, wie diese Truppe das so perfekt hinbekommt, einem erst die Moshbeine wegzugrätschen und einen dann mit aufrichtigem Schmelz aufzufangen, aber ihre Stücke sind aus einem selten genialen Guss. Selten hatte Emo so viel eisernes Rückgrat - da können Truppen wie Bullet For My Valentine noch eine ganze Menge von lernen. Wenn die Jungs so weitermachen, werden sie noch riesengroß!
Es ist zwar unter Fast-Auskennern zur beliebten Marotte geworden, die After The Burial unter "Deathcore" einzusortieren - das wird den ebenso originellen wie hartsympathischen Minnesota-Amis nur sehr bedingt gerecht. Am simpelsten ist das High-Tech-Gebolze von ATB noch als eingängige Version von Meshuggah zu klassifizieren, denn das Quintett hat den Bogen raus, seine verqueren Songideen zwischen Hypserspeed-Raserei und überraschenden Frickelbreaks mit fast schon klassisch-schönen Melodie-Linien der "Maiden-im-Quadrat"-Schule zusammenzufädeln. Deathgrunts, Blastbeats und Progschübe stolpern nie wirr in die Songs, sondern ergeben immer einen so logischen Sinn, dass man sich After The Burial trotz des hohen Finessen-Levels trotzdem so flockig reinziehen kann wie einen Megadeth-Klassiker. Auch wenn ATB sich mit zeitgemäßen Extrem-Attacken natürlich klar im Metalcore zu behaupten weiß, handelt es sich doch im Kern um die vielleicht beste und eingängigste Tech-Thrash-Band seit den 80ern...
Wenn es jemand auf dieser verdammten Kugel gibt, der „Hardcore“ auf „New York“ reimen darf, dann diese unzerstörbare Legende: Seit bereits 30 Jahren definieren Agnostic Front wie man die ultimative Pitfaust in den stramm gespannten Bauchmuskel rammt. Brüderliche Glückseligkeit und urbaner Überlebenskampf, erlösende Selbstbestimmung und rückschmetternde Stiefeltritte, Respekt und Abscheu liegen bei keiner anderen Combo näher beieinander. Musikalisch wird AF oft Engstirnigkeit nachgesagt - doch wie vernagelt diese Sichtweise ist, bekommt man sofort mit, wenn man die Wachsstöpsel aus den Fleischlappen am Schädel popelt: Derbe Moshgrooves haben bei dem New Yorker Urgestein schon immer ebenso Platz gehabt wie frische Crossover-Eruptionen, hemmungslose Gradeaus-Prügeleinlagen oder familiäre Singalongs - nur eben immer mit dem ganz eigenen, selbstbewusst-breitbeinigen Bandstempel. Agnostic Front spielen keinen Hardcore - Agnostic Front sind Hardcore!
„Wir sind die Göteborg, sie werden assimiliert! Widerstand ist zwecklos!“ Obwohl die Killswitch-Kumpels All That Remains ebenfalls aus den U.S. of A. kommen, haben die die Grundbestandteile des zwingend leckeren Metalcore mit der schwedischen Melody-Death-Muttermilch aufgesogen - und das eigens für die Nuller-Jahre aufgepimpte Rezept über die letzten Jahre so verfeinert wie Großmutter einstmals das von ihrem Gugelhupf. Da gibt es ein sattes Pfund Bleiteig in den Magen, natürlich mit extra viel Eiern - und obendrauf schön dick Puderzucker. Jedes Stück ein bewährter Hit, sozusagen. Also: Lasst Euch von dieser grandiosen Combo mal gründlich verdrahten! Und jetzt im Kollektiv: „Göteborg! Göteborg! Göteborg!“
Was düster-melancholischen Anspruchs-Metal mit grandios rauer Todesbleikante angeht, macht den Finnen Amorphis keiner etwas vor: Seit etlichen Alben zur Speerspitze der eigenen Genre-Nische geschmiedet, versteht es die Band um Sangesdämon Tomi Joutsen perfekt, packende Melodiebögen und ebenso große wie märchenhafte Krater-Klanglandschaften abseits der ausgetretenen Pfade zu kreieren. Wer sich auch nur annähernd für die Schattenseiten des rockmusikalischen Daseins samt des zugehörigen Faszinations-Wechselbades zwischen brennend-martialischer Wärme und beißender Fremdheitskälte interessiert, kommt an diesem Metal-Monolith und seinem Orkan an Song-Meisterwerken nicht vorbei. Go North? Müssen wir nicht – zum WFF-Geburtstag kommt der Berg zum Prophet, immerhin ist hier seine Größe bereits frühzeitig erkannt worden!
Die Mutter aller Kaputtnick-Bands ist zurück auf Eurem Liebelingsacker! Als die Frankfurter Lärmganoven A.O.K. Ende der 80er mit ihrem komplett ungeprobten, Fähigkeiten-freiem Nichtskönner-Core auf die Bildfläche humpelten, spalteten sie die Szene wie kaum jemals eine andere Band: Die eine hassten die Jungs dafür, mit Rumpelhits wie „Rasierer Of Death“ anderen, „echten“ Bands den vermeintlich angestammten Platz auf Tonträgern und Konzertbühnen streitig zu machen - andere aber liebten sie abgöttisch für eine wuchtige Neuerung, die Engschädel damals gern übersehen haben: Der Extrem-Metal (damals: Thrash!) war in einer Schneller-Härter-Lauter-Sackgasse gelandet und seine Protagonisten übertrafen sich vor allem sportlich, aber selten noch mit guter Musik. Da kam A.O.K. gerade recht: Extrem unmusikalisch, extrem spontan und extrem witzig! Und vor allem auf der Bühne sind die Knaben das nach wie vor - auf keinen Fall verpassen!
Hier kommen die Meister aus England! Asking Alexandria sind die vorläufigen Sieger beim Kampf um die perfekte Symbiose aus dem bittersüßen Schmerz des Lebens und dessen gnadenlosem Drive - der einen weiter und immer weiter vor sich herprügelt: Bis man mit brennendem Herz und einem wütenden Freudenschrei auf den wunden Lippen einfach auf der Woge zu surfen gelernt hat, die einen später irgendwann an die Betonwand der Jenseits-Erfindung schmettern wird, an die irgend ein Arsch ein Himmeltor-Grafitti gesprayt hat. Das Sextett hämmert und schreit und glüht und schwitzt den perfekten Soundtrack zu diesem Parfource-Ritt aus den Boxen und schafft damit nicht weniger als die Essenz des jungen, berührenden, treibenden Metalcore. Was für ein Hexenkessel!
Mitte der 90er gestartet als ein Converge-Sideprojekt, stand für die Straight-Edge-Hardcoreamis Bane frühzeitig ein verdammt hohes Drucklevel als Minimalanforderung auf dem Plan. Und genau dort, am Anschlag nämlich, behauptet sich die Brüllwürfeltruppe aus Massachusetts immer noch mit Brachialgewalt. Die Frage nach Old- oder Newschool stellt sich bei diesem Rohdiamant dabei kaum: Die Stücke sind im besten HC-Sinn stumpf, schnörkellos und punkig geprügelt bis an den Rand der Dissonanz, ohne dabei ihre natürliche Patina als Statussymbol zu pflegen: Narben und Schrammen sind hier noch echt und kein Schmuck, denn Bane treibt und drückt und prügelt mit einer beängstigenden Intensität, immer am Rand des Machbaren, sei es als Moshwalze oder Hackeattacke. Nicht traditionell, nicht modern, sondern vor allem brutal geht es hier zu! Dass Sänger Aaron Bedard dazu ein selbst für HC-Verhältnisse bösartig derbes Organ mit allerbesten Bolzenschussgerät-Qualitäten hat, ist da Krönung und Notwendigkeit gleichermaßen! Wumms!
Lange Jahre haben sich die Rheinsberger NRW-Punks als erdig-dreckige Dritte-Wahl-Version für Onkelz-Hörer durch die Klubs und Kneipen der Republik gewühlt – doch mittlerweile verbindet keine zweite Band der Szene rabiat-eingängigen Punkrock derart geil mit handfestem Riffgewitter-Metal. Gerade weil die Jungs keine Scheuklappen am Schädel haben und frei von aller Trendschielerei mit großem Herz und sicherer Hand Ska- oder Rockabilly-Elemente einbauen, rockt ihr ebenso straßenbefördert lebenskluger wie herzhaft partykumpeliger Offensiv-Rock wie aus einem Guss und dröhnt wie eine härtere Version von Social Distortion. Diese Qualitätsklasse erreichen in Deutschland ähnlich gelagerte andere Bands derzeit einfach nicht – Verkaufszahlen hin und Shirt-Massen her!
Beim Kampf um die am meisten verknoteten Songkunstwerke des Jahrtausends haben die Amis BTBAM bisherigen Großmeistern wie Watchtower oder Atheist schon eine ganze Menge Garn voraus: Between The Buried And Me verwenden nicht nur die bisher wohl größte Bandbreite einer (im weitesten Sinne) progressiven Band, sondern haben auch ein unglaubliches Talent, auf den ersten Eindruck wirre Einzelteile zu einer beeindruckend facettenreichen Gesamttonkunst zusammenzufügen, die von überbordendem Wahnsinn zusammengehalten scheint. Von bösartigen Blastattacken zu ambient-psychedelischen Sphärengitarrenparts, von fies verdrillten Mathcore-Brüll-Mosaiken bis zu Kunstpop und betörendem Artrock reicht die Bandbreite, die dann von Maiden-mäßigen Metalgitarren wie von Goldfäden durchwirkt scheint. Hier kommt ein gigantisches Kunstwerk der harten Schule auf das WFF, mit dem der Metalcore eine ganz eigenwillige und unbedingt erlebenswerte Nische bildet. Pflicht!
Diese Band hat den Dreh raus, jeglichen Emo-Faktor aus ihrem Brachialcore rauszuhalten – und stattdessen mit einer Art verschärftem Rock’n’Roll-Groove zu ersetzen, ohne dass dies auch nur annähernd nach Flammen-Hemd klingt: Die Amis Bury Your Dead sind damit eine Marke, von der man heutzutage leider nur selten in den Arsch getreten bekommt. Einerseits schafft es diese ausgesprochen wuchtige Gradeaus-Sensation, alle offenkundigen Trend-Elemente aus ihren Song-Eisen herauszuhalten – und gleichzeitig keinerlei Retro-Befindlichkeiten zu bedienen. Das macht BYD zu einer außerordentlich zeitlosen Sache, Groove und Kraftentfaltung stehen hier in einem selten gut austarierten Zusammenhang, was nicht zuletzt am endgeilen Gebrüll von Shouter Mat Bruso liegt. Hardcore, der auf angenehme Weise null nach Hardcore klingt – zwingend empfohlen!
Manchmal kommt man mit der Brechstange einfach nicht weiter – und dann ist es ratsam, im Sinn der Seele an den richtigen Stellen auch mal den Fuß vom Gaspedal zu nehmen. Die Briten Buster Shuffle spielen zwar im weitesten Sinn kantigen Ska - wagen sich dabei aber mit offenem Herzen und sicher tänzelndem Schritt immer wieder aufs Pop-Glatteis, wo sie eine verdammt noch mal fuckin‘ brillante Figur abgeben! Im Wesentlichen wirkt diese Band wie eine bezaubernde Mischung aus einer entschlackten Madness-Version und einer melancholisch wutbedämpften Variante von The Clash. Könnte man also böswillig als eine Art Emo-Postcore für Oi!-Skins bezeichnen – wenn einen die Briten mit ihren aus der Zeit gefallenen Melodie-Wunderkunst nicht schon nach wenigen Sekunden so dermaßen bei den Eiern hätten! Die leichtfüßige Energie dieser Truppe vermag es in Nullkommanix, aus ehrlichem Straßendreck eine Art kitschresistenten Feenstaub der anderen Art herauszublasen. Buster Shuffle mag die softeste Band sein, die das WFF je gesehen hat, ist aber mit Sicherheit auch die poetischste Streetcore-Band aller Zeiten und damit eine echte Entdeckung. Unbedingt antesten – diese Band macht jeden Fremden direkt zum Fan!
www.bustershuffle.co.uk
Warum die wackeren Nordrhein-Westfalen Caliban immer noch ein wenig im Schatten ihrer Kumpels von Heaven Shall Burn stehen, ist vor allem dann ein Rätsel, wenn man sich gerade mal wieder ihre aktuelle „I Am Nemesis“-Großtat durchs Hirn geschossen hat. Wie HSB haben auch Caliban die engen Grenzen des Metalcore längst verlassen, um in den Weiten der metallsichen Brutalität mit offenem Geist und perfektem Songgespür ganz eigenständige, fett markierte Granatgeschosse zu erschaffen. Über die Sprengkraft zu diskutieren ist angesichts der jeweiligen Extrem-Wucht vollkommen müßig - doch was bissige Hooks, markante Refrains und originelle Einsprengsel angeht haben Caliban nicht selten die Nase vorn. Kurz gesagt: Hier kommt eine der international besten, überzeugendsten und geilsten Bands, die der Hartklangsektor aktuell zu bieten hat!
Fiese Sache: Man schneidet einem missliebigen Menschen die Mundwinkel ein, tritt ihm in die Familienjuwelen – und der folgende Aufschrei sorgt für eine vernarbte Wunde, die einen aussehen lässt wie Heath Ledger als Batman-Joker, nur ohne dessen Gehaltsscheck. Dem Klang der Deathcore-Amis Chelsea Grin kommt man damit allerdings gefährlich nahe – diese Rasiermesser-Truppe scheißt auf stilistisches Gekasper im Metalcore und schnetzelt ihr durchweg hoch anspruchvolles Riffmaterial mit einer blutig-gestrigen Ultradeath-Metal-Kante zu einem höllenscharfen Fleischsalat. Anfang 2012 mussten sich die groovegewaltigen Derzeit-Darlings von Asking Alexandria jedenfalls ordentlich strecken, um sich von den Rabiat-Amis im Vorprogramm nicht am Butterbrot kratzen zu lassen. Von dieser Band wird man noch hören!
Hurra, Devildriver Dez Fafara hat seine erste Band wieder am Start! Coal Chamber waren Mitte der 90er neben Korn die wichtigsten Mitinitiatoren der NuMetal-Welle und hätten die Konkurrenz vom Potenzial her locker abhängen können: Immer einen Tick durchgeknallter, fieser und krawallfreudiger agierte das abgründige Psycho-Quartett - bis es an den inneren Querelen des eigenen Urfeuers viel zu frühzeitig zerbrach. Doch nun ist der Kult wieder aktiv: Coal Chamber macht vor allem wegen der gereiften Bühnenerfahrung von Mikrophongeißel Fafara mit den harten Schlägen seiner mittlerweile zu Klassikern gereiften Alben klar, wie brachial und gehässig groovig das kalte Maschinengehämmer dieser Zeit nach wie vor sein kann. Eine geniale Geburtstagsausgrabung, denn diese Band passt auf das WFF wie die Kohle in die Kammer!
Vor nunmehr 40 (!!) Jahren gegründet, beißt die britische Oi!-Institution nach wie vor so mancher selbsternannten Straßencombo mit Schmackes die Eier ab. Cock Sparrer sind die Blaupause aller Mitgröhl-Bands und verblüffen auch im zweiten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts mit polternden Nagelriffs, untotbaren Ohrwurm-Melodien und einer freudvollen Frische, die auf der Bühne aus den Altherren herausspritzt wie Bier aus einer hektisch aufgerissenen Dose, die man ausgiebeig in der prallen Sonne durchgeschüttelt hat. Das dieses legendäre Urgestein dabei nicht mit den modernen Mitteln der Härte agiert, sich im ungewöhnlich klaren Gesang übt und trotzdem ein konkurrenzlos hohes Energielevel in die Fetenmenge zu rühren versteht, macht dieses Geburtstags-Gastspiel im doppelten Sinn zur absoluten Pflichtveranstaltung!
So klingt es also, wenn man siffigen Vorstadt-Oi!-Punk mit sonnigem Surfcore kreuzt und das ganze von einer liebevoll angerockten Frauenstimme zum Klingen bringen lässt: Dass da vor Deadline noch niemand drauf gekommen ist, grenzt angesichts des trefflichen Resultates an ein kleines Wunder - doch so heimsen die Londoner nun ihre verdienten Lorbeeren gleich in der Großhandelspackung ein. Das hier ist nicht weniger als die leckerste Seite des Punkrock, die Kernschmelze zwischen herzhafter Straßenparty und einer weiblichen Anmut, die einen umhaut wie die veritable Schlagring-Breitseite einer bitterlich angepissten Hoodgang. Get into the Ring!
Hier kommt die fett gefressene Hardcore-Version der legendären Stormtroopers Of Death: Die Australier Deez Nuts knüppeln ähnlich Mosh-affin wie einst S.O.D., haben aber etliche PS mehr unter der Haube und pressen dazu dreckige Hardcore-Rohstoffe mit mörderischem Druck tolldreist zu kompakten Metallwürfeln wie eine Hollywoodfilm-Schrottpresse Mafiaautowracks. Und der Typ mit dem Finger auf dem roten Knopf hört dazu gerne und laut Hip-Hop, so dass im Groovegehämmer für pfundige Abwechslung gesorgt ist. Insofern hat sich für die Band, die einst aus der australischen Metalcore-Legende I Killed The Promqueen hervorging, die Abkehr vom wütenden Rasiermessergerase gelohnt: Hier regiert der gepimpte Panzer den Pit mit dem Charme eines gummi-gelenkigen Tanz-Nashorns. Und seine Augen machen Blingbling …
Wir müssen dringend mal über Kant und Hegel reden. Oder, wie es die Kassierer mit allem versammelten Verstand auszudrücken pflegen: „Heinrich Böll wird exhumiert und dann mit Scheiße vollgeschmiert!“ Im Ernst: Auf die Nummer mit dem „Urlaub fürs Gehirn“ sind unsere Lieblingsbiervernichter aus dem Ruhrpott schon gekommen, als die Berliner Skandalrapper KIZ noch mit Überraschungseierkapseln auf der Tütensuppe dahergeschwommen kamen. Dankenswerterweise, denn wir sind hier schließlich nicht auf der Arbeit! Musikalisch gibt es dazu den allerorts so beliebten wie mit hoher Party-Drehzahl gesegneten Scheißegal-Schlammpartypunkrock, dessen absichtsvolle Anspruchslosigkeit so herrlich frisch zwischen die Beine gepfiffen kommt, als ob einem der Zeltnachbar im Vollsuff eine Tube Zahnpasta in die Rosette drückt. Da bleibt nur eins: Ruckzuck Mundwinkel hochgezerrt und Arsch in Schwung gebracht!
Florida gibts Euch hart, ihr Würmer! Der bleierne New-Orleans-Superzerstörer Down mit Stars wie Phil Anselmo (Pantera), Kirk Windstein (Crowbar) und Pepper Keenan (C.O.C.) an der Waffenphalanx fräst langsam, aber umso drastischer eine drückende, groovende, stinkende, zuckende, verzweifelte Verwüstungsspur in den WFF-Pit. Gute Laune kann man bei dieser Legende ebenso vergessen wie den Zeitgeist – aber wozu bitte braucht man auch so einen Scheiß, wenn der dunkle, alles zerfressende Schmerzensrock von ganz unten so einmalig geil brüllt und malmt und fräst und dröhnt und beißt und frisst? Alben dieser Helden sind selten, Liveshows auch – denn so ein geniales Doomcore-Gift darf man nur in ganz kleinen Dosierungen genießen. Pulsader, sie kommen!
Hier kommt frisches Lembas-Brot für Gondor, direkt aus der Tube mit der wichsweißen Polierpaste: Die kultkomischen Berufsdeppen Elsterglanz sind nämlich genau das nicht: Deppen. Vielmehr setzten sie ein küchenmesserscharfes Skalpell an, um dem Hörer ihrer Brüller in Wort und Ton klar zu machen: Unter jeder Oberfläche schimmelt eine Unterschicht. Kannste gar nix gegen machen. Höchstens Abstreiten, aber das hilft auch nicht wirklich. Also: Hirn an, Niveau aus, und Spaßregler auf die 12: Einen krasseren Opener als Elsterglanz hat die Hauptbühne des WFF in den letzten Jahren nie gesehen!
Diese Jungs wischen dem Mainstream mit Sandpapier den Arsch: Die Buffalo-Amis Every Time I Die verzücken das zeitgeist.geschundene Ohr mit genial furzknochentrockenem, knuspergrantigem Südstaaten-Hardrock-Core-Balsam mit einem einmaligen Buket staubig-stinkender Hackblei-Auslese, frisch und allerfeinst abgeklaubt vom unzugänglichen Südhang des Valley of Death. Effekthascherischen Extremismus hat diese Sandsturmkapelle nicht nötig, hier wird der Buschwald noch schon direkt und aus der Hüfte von Hand abgefackelt. Das hinterlässt markante Spuren, wer sich dem Rockgedröhn dieser Helden einmal aussetzt, wird das Brandzeichen auf dem Herzen mit Sicherheit nie wieder los. Grrr!
Natürlich: King und Gaahl kommen aus dem infernalischen Schlund der Norwegen-Institution Gorgoroth und legen für Black-Metal-Adepten den Maßstab erst einmal exorbitant hoch - selbst wenn sie diese mit den ersten Ausflügen ihres Projektes God Seed nicht ganz erfüllen konnten - zu einer Zeit, als die Gorgoroth-Implosion in Form von scharfen Shrapnell-Splittern durch die Szene flog. Doch mittlerweile (und nach einiger Verzögerungh) liegt mit „I Begin“ ein ebenso befreiendes wie atemberaubendes Debüt vor. God Seed verweben darauf auf atmosphärisch dicht zupackende Weise ihre erhabenen BM-Wurzeln mit monumentalen Doom-Eruptionen und überraschenden elektronischen Klangserpentinen fernab der üblichen szenischen Kleisterkeyboards. Diese Band stürzt sich nicht einfach fanatisch in die Faszination des Dunkels - sie leuchtet sie geistvoll und mit beträchtlicher Erfahrung aus. Eine Weiterentwicklung, die Respekt einflößt und hartnäckig in der Seele brennt!
Hier gibt es mit Schmackes in die Backen: Die Amis H2O sind die perfekte Party-Blaupause der melodischen Seite des New York Hardcore: Geile Hooks, packende Grooves und herrlich grölige Energie bis zum Anschlag. Dabei ist H2O aber nie verbissen breitbeinig, nie von der pochenden Halsschlagader getrieben und nie wütend engstirnig. Statt dessen gibt es den herzhaften Geist der ursprünglichen Szene-Freiheit, vom Straight-Edge-Sänger Toby Morse in herrlich sympathische Szene-Hymnen aus Herz und Hirn gegossen. So lange es auch nur eine einzige Band wie H2O auf dieser Kugel gibt, wird der wahre Hardcore niemals sterben. Mosh!
Wie geil ist denn bitteschön das? Wenn sich die frischen Briten von Hacktivist nicht komplett blöd anstellen, könnten sie durchaus das ganz große nächste Ding werden! Wem Rage Against The Machine immer zu nervig und zu wenig Metal waren und wem bei Enter Shikari die vielen Techno-Dance-Hooks mit der Zeit dann doch auf die Eier gehen, der könnte bei dieser Wundertruppe beispielsweise seine Erleuchtung finden. Hacktivist sind die erste (im weitesten Sinne) Metalband seit sehr sehr langer Zeit, bei der Hip Hop-Vocals nicht stylisch aufgepropft, sondern cool und logisch klingen - eingebettet in ein Post-Math-Groovecore-Monster von Musik, das einem bereits beim Erstkontakt mörderisch die Beine wegreißt. Oder, um es den Älteren unter uns zu erklären: Hacktivist klingt, als hätten Clawfinger zusammen mit Voivod ein melodisch zwingendes Nebenprojekt eröffnet, geniale Gitarrensound-Experimente und eine ordentliche Prise Meshuggah inklusive. Ein absolutes Geschenk, diese Jungs - vom WFF für Euch. Wo doch Jubiläum ist...
Manchmal lohnt der zweite Blick. Auf den ersten Anschein wirken die Derbdeutschrocker Hämatom aus dem Frankenland wie eine gewagt-krude Mischung aus Slipknot und Oomph! Aber dann stellt man fest: Klar, da ist durchaus was dran - und zwar im allerbesten Sinn! Denn es kann verdammt cool sein, das Beste aus verschiedenen coolen Bands neu zusammenzufügen, statt wieder einmal vergeblich zu versuchen, das Rad neu zu erfinden. Hämatom machen mit ihren NDH-gestählten Groovethrash-Granaten mächtigen Moshpit-Alarm, der zudem Partyspaß und Hirnschmalz trefflich zusammen bringt, wie unter anderem das grandiose EAV-Cover „Neandertal“ beweist. Unbedingt antesten, diesen krassen Haufen!
Diese endgeile Röchelröhre reißt einem bei lebendigem Leib die Haut vom Gesicht: Martin van Drunen, der seine berüchtigten Stacheldraht-Stimmbänder schon für Monolithe wie Pestilence, Asphyx oder Bolt Thrower flattern ließ, ist ohne jeden Zweifel einer der markantesten und besten Metal-Sänger auf diesem unserem kranken Steinbrocken im leeren All. Und mit seinem holländischen Waffenschein-Ensemble Hail Of Bullets hat er seit einigen Jahren eine der gültigsten Death-Metal-Bands aller Zeiten hinter sich. Fiese Knochenbrecher-Riffs, tödlich bizarre Seelenfrost-Leads und gnadenlose derbes Trommelfeuer wie von einer Vierlings-Flak: Der ganze moderne Frickel-Schnickschnack wird bei diesem Todesblei-Kommando nicht mangels sondern trotz technischer Fähigkeiten weggelassen. Und das hört man: Ein Weltklasse-Drummer wie Ex-Gorefest- Uhrwerk Ed Warby hämmert bar allen Ballasts so unfassbar gnadenlos, dass man an eine überirdische Macht zwischen den magischen Hammerschlägen zu glauben beginnt. So geht Krieg!
Es soll ja Menschen geben, die den Massiv-Amis Hatebreed vorwerfen, prinzipiell nur zwei Gänge drauf zu haben: Zum ersten die alles zermalmende Nackenbrechwalze und zum zweiten das bösartig schnelle Panzerbrechgeschoss. Kopf an, Leute: Schon mal versucht, jemandem mit Samthandschuhen die Fresse zu polieren? Hatebreed sind nach wie vor die unumstrittene Speerspitze der weltweiten Vollwuchtbewegung, hier krachen die effektivsten Wutklampfen des Hardcore mit dickem Schädel direkt gegen meterdicke Metalriffwände. Jeder Song ist ein direkter Treffer aus der Pumpgun in die Magengrube, jeder Gangshout ein Statement. Wenn es für die Brutalo-Amis um Brüllwürfel Jamey Jasta überhaupt so etwas wie artgerechte Haltung geben sollte, dann auf der Bühne des WFF. Nur zwei? Klar: Eine rechts, eine links – reicht hier locker für jedes K.O.!
Tief in den Gossen von Berlin-Marzahn schlagen die beiden Arbeiterherzen der Sänger Hagen Stoll und Sven Gillert, auf die das Leben so viel Frust und Weisheit, Freundesglück und Erfahrung eintätowiert hat, dass das Duo nur eines mit wirklicher Berufung machen kann: Musik. Als Haudegen lassen die Beiden rauchig-zurückgenommenen Emotionsrock aufflammen, der vor allem mit seiner tiefen Wärme und seiner erdverbundenen Glaubwürdigkeit punktet. Haudegen funktioniert dabei nicht nur über gepfefferte Straßenrock-Riffs, sondern vor allem im sanften Puls beseelt poetischer Gitarren-Balladen, die von jenem seltenen lyrischen Reichtum leben, den eben nur zu finden versteht, wer sich nicht scheut, auch zwischen den Gullydeckeln des Daseins nach ihm zu suchen. Weil er weiß: Mit wütenden Hammerschlägen kommt man manchmal nur bedingt weiter! Haudegen gehen daher einen Weg, der den Wut-Sturm von Rose Tattoo mit der Lebensbesinnlichkeit von Klaus Lage auf ausgesprochen hörenswerte Weise zu kreuzen versteht. Gut zugehört!
Nichts anderes gilt es auszurufen, wenn einem dieses stinkende, verfilzte Groovemonster um Ex-Pantera-Trommelviech Vinnie Paul supersonisch die Fresse poliert: „Hellyeah“! Auf das wummernde Chassis einer zeitgemäßen Dampfhammer-Metalwalze schrauben die Amis hübsches Zubehör aus verschwitztem Southern- und klassischem Hardrock. Dann noch frisch durch den Turbolader gepresst, das Zeug: Und schon brettert ein Bleihagel aus dem Ventilator, dass einem Hören und Sehen vergeht. Legende Hin oder Her: Besser haben das Pantera auch nie hinbekommen - Hellyeah sind dabei aber etwas erdiger und abwechslungsreicher. Ein Hammer vor dem Herrn, der Euch als WFF-Geburtstagskerzen unangespitzt in den Ackerboden rammen wird - tortenförmig, versteht sich!
Manche Bands versuchen, Referenzmarken zu erreichen - andere setzen sie. Zum Beispiel In Flames: Nicht auszudenken, wie die Metalcore-Myaden der ganzen Welt heute klingen würden, hätten sie sich über all die Jahre nicht an diesem übergroßen Melodie-Schlachtschiff probeweise die Zähne ausgebissen. Doch das Sextett aus Göteborg hat sich um diesen seinen Gott-Status nie geschert, sondern dem Stillstand den Krieg erklärt, um nach immer neuen Wegen durch die Schmelze aus Seelenberührung und treibender Brutalität zu suchen. Denn wer einmal Gefallen daran gefunden hat, voran zu gehen, wird es immer wieder tun. Gibt es einen besseren Grund, in Scharen zu dieser Legende vor die Bühne zu pilgern? Dorthin, wo euer Dreck pitgerecht verteilt ist?
Nehmt ein Kilo Marshmellows und löst sie in einer Mixtur aus Red Bull und Schwefelsäure auf. Lasst einen tollwütigen Berg-Grizzly das Gebräu durch die Nase ziehen. Pudert ihm dann den Arsch mit Koks, packt ihn in eine Hello-Kitty-Windel, schnallt ihm Black-Metal-Armbänder um und eine Neonweste aus den Restbeständen der Love-Parade. Schmeißt ihm nun eine Torte ins Gesicht, drückt ihm Kopfhörer auf die Ohren, auf denen gleichzeitig Tool und Carcass läuft und nehmt das Tier sodann als Tanzpartner mit in den Salsa-Kurs eurer Schulklasse. Wenn dieser vorbei ist, habt ihr vielleicht eine ungefähre Vorstellung davon, was bei den durchgedrehten Louisiana-Amis von Iwrestledabearonce auf der Bühne abgeht. Man könnte es grob als schrill-experimentellen Math-Metalcore bezeichnen - wenn der Grizzly dazu artgerecht im Zoo bleiben würde ...
Da führt doch mal eine grandiose Funzel über die Brücke von der Dunkelheit in die Finsternis: Die Thüringer Kali Yuga prügeln mit viel melodischen Herzblut und modernem Verve auf die gute alte Death-Metal-Schablone ein, bis diese noch einmal verdammt überraschende, spannende Songs hergibt. Das Ergebnis entzündet beachtliches Licht an beiden Enden des vermeintlichen Tunnels: Ein traditionelle Fackel glimmt in der Musik von Kali Yuga aus Sicht des Metalcore-Enthusiasten, der abseits aller totgeschlagenen In-Flames-Bezüge ahnt, wie reich an krankhaft geilen Melodien dieser Metalsektor sein kann. Und ein herzhaft heutiger Schimmer glüht aus Sicht der Oldschool-Deathmetaller, denen diese Band sehr passend verklickert, dass das Gute auch vorn liegen kann. Hammer!
Wir werden alle gesterben sein – die Sinneschaoten Knorkator jedenfalls haben zum unumgänglich umgänglichen Weltuntergang ihre gesammelten Werke bereits umfänglich verscherbelt. Oder zuvor. Naja, immer eigentlich – denn wer hören will, muss fühlen! Das, was danach noch übrig ist, darf nun an die hungrige WFF-Crowd verfüttert werden. Anderswo, ja anderswo sind die Reste vielleicht das Beste – aber doch nicht bei Alf Ator, Stumpen und Buzz Dee. Denn aus dem Jungbrunnen der alten Männer ist immer alles gut! Jedenfalls gibt es in der genial gekloppten Philosophenkomik der beliebten Brachial-Berliner nichts, was irgend ein Auge trocken hält – gell, Herr Zwerchfellmuskelkater? Ding inne Schnauze!
Wenige Bands polarisieren so wie die amerikanischen NuMetal-Monster Korn, die mit dem zurückgekehrten Saitenhelden Brian „Head“ Welch fraglos einer der Überraschungs-Höhepunkte des diesjährigen WFF sind. Denn: Andere Truppen mögen versuchen, ein eingefahrenes Entweder-Oder per Weicher, äh, „Weiterentwicklung“ zu befrieden - nicht aber diese brutal tiefgestimmten Riff-Terroristen um die sicke Front-Persönlichkeit Jonathan Davis. Neuland wird hier nicht betreten, sondern überfallartig okkupiert. Oder wer hat diverse Metaller-Ohren für brutale Dubstep-Könner wie Skrillex geöffnet, hä? Das ist Dir zu heftig? Aber ja, her damit! Und wieder ein Grund, diese Band zu hassen - oder um so abgöttischer zu lieben. Auf in die Extreme des Groove, an die Grenzen, in neue Gefilde der Härte!
Brasiliens tödlichster Gipfpfeil-Köcher wird wieder einmal beim WFF verschossen! Das Brachial-Trio Krisiun legt mit seinem bösartig perfektem, hochtechnischen und dabei pechschwarz ausgekleidetem Hyperspeed-Deathmetal die Latte für die ganze Szene seit vielen Jahren höher und höher. Aus der einstigen Stumpfrumpelband, die sie sich vor Jahren als Newcomer auf dem FullForce erstmals lautstark präsentierte, ist längst eine Referenzkapelle geworden. Und zwar eine verdammt originelle: Vor zwei Jahren ging der Dreier mächtig auf die Eisen und bremste auf dem aktuellen Album „The Great Execution“ großartig groovende Doomwalzen in ihr üblich-sadistisches Lichtgeschwindigkeits-Massaker. Da wird der Höllen-Moshpit zum finster blubbernden Schlammvulkan - beweg Dich oder lass dich verschlingen!
Mit ihrem fast schon dreist griffigen Tod‘n‘Roll sind die Norweger Kvelertak schlicht und ergreifend das dunkle Ding der Stunde. Schwarzmetallische Raserei paart sich hier im Drei-Gitarren-Sperrfeuer so zwingend mit schnittigem Arschtritt-Rock der Vollgas-Sonderklasse, dass es nur noch eines gehen kann: Ab! Gesungen wird auf norwegisch, livegeprügelt wird mit bühnenzerstörerischer Messlatte, die von Kvelertak bereits auf ein neues Weltrekordlevel genöckt wurde, als die wüste Chaosparty-Truppe noch nicht einmal einen Plattenvertrag hatte. Ja, Freunde, hier sprüht einem der Frohsinn mit dicken Funken aus dem Arsch, hier fließt der Spaß in nassen Strömen über den ganzen Körper - rein ins Vollwucht-Vergnügen! Die Norweger werden in den nächsten Jahren ganz ohne Zweifel sehr weit vorn mitmischen!
Der zurückgekommene Orgelteufel Mambo Kurt mit seiner Höllenmaschine aus dem Tanzkurs wird das WFF zur Geburtstagsausgabe eures Lieblings-Hartklanghammers mit einer Spezial-Performance attackieren. Heißt: Die Crowd im Pit zu Dreck unter seinen Fingernägeln pulverisieren. Das Rezept mag simpel klingen: Der Meister mahlt die Beatmusik der Jugendlichen mit seiner Alleinunterhalter-Orgel zu feinstem Mehl für Teekekse. Dummerweise hingen die Körner statt an Ähren an seltsamen fünfzackigem Grünzeugs - und die Beats kamen von Slayer, Rage Against The Machine oder Metallica. Kein Wunder also, wenn der Kurt dem Mambo ordentlich Cayenne Pfeffer in die gelben Augen streut. Als ursprünglicher Kult-Akt im Backstage-Zelt hat er sich damit schon vor einigen Jahren auf die WFF-Hauptbühne hochgebückt, um Euch von dort aus die Lachmuskeln aus dem Zwerchfell zu fetzen. Noch mehr Special geht gar nicht, sagst Du? Fuck: Diesmal reitet ihn garantiert die Teufelsversion aus den Doom-Gameklassikern - und zwar mit der Reitpeitsche von Prinzessin Lillifee. Ich hab Euch gewarnt!
Was für eine hasserfüllte Hackmaschine: Spätestens seit ihrer “Panzer Division” spielen die Schweden Marduk in einer eigenen Klassiker-Liga des Black Metal, in der sie seitdem mit rabiater Großartigkeit ein ums andere Mal die Grenzen der Klanghölle erweitert haben. Mit der Vernichtungskraft und bestialischen Präzision des Quartetts kann sich kaum eine Genre-Combo ernsthaft messen. Diese Souveränität führte dazu, dass Marduk auf dem aktuellen Album „Serben Sermon“ mit großer Geste auf gekonnte Abwechslung bis hin zu effizienten Thrash-Anleihen setzt, ohne dabei an bösartiger Schlagkraft einzubüßen. Eine Legende, vor der es sich zu verneigen gilt!
Da bleibt dem Tierfresser die Aldi-Leberwurst im Hals stecken: Die veganen Thüringer von Maroon zählen nicht nur zur historischen Speerspitze der einheimischen Metalcore-Bewegung - sie sind auch nach wie vor einer von deren brutalsten Vertretern. Coolness übersetzt sich bei diesem Erstschlagskommando mit Attitude, und statt Emo-Trendliebgeäugel setzt es was mit dem ganz derben Hardcore-Prügel. Wobei die Nordhausen-Walze stets noch genug Feingefühl im Hinterkopf hat, um ihren Moshbolzen in bester Black-Death-Thrash-Tradition bohrende Knochensägen-Melodien beizumengen. Intensität wird hier nie mit Stumpfsinn verwechselt! So lässt man sich doch gern in dem Boden stampfen - als ob jemand per Vorschlaghammer eine Karotte ins frisch gegrubberte Frühbeet nagelt! Rumms!
Es gibt Bands, bei denen man erstmal zwangsläufig „nicht schon wieder!“ denkt, wenn sie auf dem Festival-Zettel auftauchen. Und dann, wenn die ersten Töne durch die Boxen krachen wirft man sich wieder heulend vor Glück in den Schlamm, lässt die Klassiker bis in die Eingeweide dröhnen und fleht nach jedem Song: Bitte, nie nie nie aufhören! Die britischen Rock-Urviecher Motörhead sind so ein Fall. Okay, vielleicht geht beim untoten Kultboss Lemmy irgendwann hinten aus Versehen die Klappe auf und jeder kann dann sehen, dass der Knarzbasser schon seit Jahren nur noch von einer Autobatterie am Leben gehalten wird – das würde dann aber auch bedeuten, dass unsere Gebete erhört worden sind. Motörhead ist die reine, unverdünnte Essenz des Rock, der zeitlose Tritt in die Eier des Mainstream, die Quintessenz der Wucht. Schon wieder? Immer wieder!
Obacht, der Sensenmann hat jetzt eine Kettensäge! Die Schweden Naglfar hacken sich sowas von bestialisch durch ihre nächtlich-majestätischen Riffgebirge, dass eine Horde tollwütiger Orks im Menschenfleisch-Modus sich dagegen ausnimmt wie eine verstaubte Brigade preisgesenkter Gipsgartenzwerge auf dem Verpackungsförderband vom Otto-Versand. In Sachen Black Metal gehört dieses hasserfüllte Zornkommando zu den europäischen Wegbereitern, eines ihrer Albens sollte man definitiv bei seinen zehn essenziellen Platten für die Toteninsel mit an Bord des Kahns nehmen, der bekanntlich aus den Fingernägeln der Verblichenen gezimmert wurde – Naglfar eben, wie der Fachmann so schön sagt....
Wäre man gezwungen, den Extrem-Metal dieser Welt auf ein einziges Album zu reduzieren, so könnte das nur “Scum” sein: Das Debüt der britischen Lärm-Ikone Napalm Death bringt nicht nur die brodelnde Wut im Schmelztiegel aus Grindcore und Deathmetal erstmals und immergültig auf den Punkt, sondern ist auch Ausgangspunkt für eine so beispiel- wie kompromisslose Karriere: Sollte man nicht annehmen, dass das Konzept des Drauflosbolzens sich nach wenigen kultigen Jahren in einer Sackgasse verrennt? Nicht bei dieser irren Horde tollwütiger Bulldozer! Einige marginale Death-Metal-Hänger mal ausgeklammert, liefert Napalm Death seit über 30 Jahren immer neue & überraschende In-die-Fresse-Alben, bei denen allein die äußerste Grind-Brutalität eine bleibende Konstante darstellt. Wobei die Truppe es immer auch verstanden hat, mit kritisch-geistvollen Lyrics das Niveau der Gesamtszene gegen ein Heer hirnloser Klischee- und Schablonendummschwätzer brachial anzuheben. Wegweisend, und zwar seit 20 Jahren: Bereits auf dem legendären ersten WFF war Napalm Death der Höhepunkt extremer Metallmusik!
Dass die Studioalben von Negura Bunget im europäischen Pagan- und Blackmetal-Kontext regelmäßig als Sensation gehandelt werden, hat verdammt gute Gründe: Die Rumänen folgen konsequent der so ursprünglichen wie wunderbaren Idee dieser Szene, vor allem geheimnisvolle, düstere Stimmungen zu kreieren - und nutzen dazu ein atemberaubend breites Spektrum von sphärischen Wut-Gitarren zu ätherischen Hall-Melodien, von ethno-folkloristischen Einschlägen bis zu packenden Keyboards. Stilisitk? Spielt bei dieser Wundertruppe absolut keine Rolle, hier geht es um den reinen, dunklen Geist - einzig diesem folgen die überraschenden, eigenwilligen Songstrukturen. Image? Niemals, man folgt ohne Wikingerhörner oder anderen Szene-Nippes einer tiefen, heimatlichen und dabei europäischen Vision einer aufrichtigen Spiritualität rund um die Natur. Klischees? Gleich bist du tot!
Meine Fresse, woher nimmt dieses Tier nur seinen unstillbaren Metal-Hunger? Ex-Metallica-Bassvieh Jason Newsted klingt mit seiner neuen Solokiste wie eine gierige, spielgeile Garagensau, die endlich, endlich mal der ganzen motherfucking Popper-Scheißwelt da draußen eine hartverchromte Stahlkeule in die gelackte Visage zimmern will. Die charmanten handwerklichen Unzulänglichkeiten, die solchen wilden Jung-Rampenstürmern eigen sind, ersetzt Newsted allerdings durch professionelle Durchschlagskraft - was in der Summe eine brandgefährliche Mischung ergibt, die wie eine Nagelbombe in Leib und Seele explodiert. Besser kann man Metal in seiner ursprünglich, reinen und zeitlos geilen Form nicht rocken!
Hier wird mit der stilvollen Riffaxt ordentlich fies zwischen die Tanzbeine gezielt: Deathmetal-Legende Peter Tägtgren hat sein Industrial-Rock-Nebenprojekt mittlerweile in fast schon schwindelerregende Höhen gepusht - dorthin, wo Hitdichte und Härtefaktor durch ungeahnten Druck eine kaum fassbare Symbiose eingehen müssen. Der Schwede hat einfach ein verdasmmt noch mal irres Gespür für sonderverzuckerte Hirnbohrer-Melodien der „Everybodies-Darling“-Klasse - welche er aber seit Jahr und Tag mit so derbem Knüppel in seine Disco-Kanone stopft, dass sie Null Gefahr laufen, in der Hitze des Pain-Mündungsfeuers irgend etwas zu verkleben. Nein, diese Band treibt Dir den Groove zwingend wie ein Zäpfchen in den Allerwertesten. Hauptwirkung: Der vollständige Bewegungswahn, in dem Moshpit, Ravefloor und Loophölle lustvoll verschmelzen...
Was hat die Gothic-Metal-Welle nicht alles an Unsäglichem hervorgebracht! Oder kann irgendwer noch eine Nanosekunde Operngejaller aus tiefem Dekolleté vor verzerrten Gitarren ertragen? Allein die Erfinder des Gothic-Metal ficht das nicht an: Die Briten Paradise Lost ringen dem Subgenre mit urgründigem Grollen und süchtigem Sehnen, mit gerissen derben Schlägen und erdbebenden Grooves, mit geistreichen Melodien und schweißtriefender Riff-Finsternis Album für Album weitere Meilensteine ab - in denen man sich ebenso verlieren kann wie es gut möglich ist, sich dazu einen breiten Nacken anzutrainieren. Und auch wenn es die Legende das böse G-Wort verständlicherweise nicht gern hört (erwähnte ich schon unsägliches, genusskontaminierendes Operngejaller?): Gothic-Metal ist eine verdammt gute Idee, wenn er so gut wie gedankenvoll gemacht und hammerherzlich heruntergedröhnt wird. Von seinen Erfindern etwa. Von Paradise Lost!
Göteborg-Gedudel war den Aussies von Parkway Drive schon immer fremd - vor allem mit einem gehässig derb geschwungenen Mosh-Prügel von amtlichem NYHC-Format hat sich diese Band an die Spitze der Metalcore-Bewegung gedroschen. Dort bleibt man aber nicht nur, weil man gnadenlos hart ist: Stück für Stücke verstehen Parkway Drive seither, mit geschickten Variationen, griffige Rock-Melodie-Experimenten und gelegentlichen Postcore-Rosinen ihren leckeren Blei-Kuchen über die Zeit feucht zu halten. Das aktuelle Hammeralbum „Atlas“ ist dadurch ebenso beispiellos wuchtig wie anhaltend spannend geraten. Nur wenige Metalcore-Bands beherrschen es derzeit so clever, aus dem Basis-Legokasten der Szene so geile Eigen-Songmodelle ohne jede Standard-Bauanleitung zu zimmern. Das gibt würdig auf die WFF-Fresse!
Wer nicht denken will, muss fühlen: Die fiesen Crust-Punks aus Coburg peitschen dem deutschen Proll nach wie vor mit rostigem Stacheldraht das Nationalmannschafts-Shirt über der Bratwurstwampe in blutige Fetzen. Rawside meinen es verdammt ernst mit ihren deutlichen Polit-Texten, die dem geneigten Pogofreund in der kompromisslosen Direktheit roher 2-Akkorde-Eruptionen vor den Schädel gehämmert werden. Von Arrangements oder Melodien kann man da nicht sprechen - brüllen muss man aber vor unverfälschter Wut und direkter Brachial-Energie. Und genau so wollen wir das - unser aller Lieblingsfestival heißt schließlich nicht „In schönster Blüte“, sondern „Mit voller Wucht“!
Wie knuddelgrimmig ist das denn? Die Amis Red Fang schaffen es doch glatt, herrlich krude-knusperverstrahlten Wüstenrock mit einem Augenzwinkern zu versehen, das unübersehbar frisch zwischen den knurrigen festgeklebten Rockbrocken durch die rotfilzig versiffte Komplett-Gesichtsbehaarung blinkert. Die Basis dieser supersympatischen Stoner-Entdeckung ist natürlich erst einmal Druckdruckdruck: Das schiebt und dröhnt und malmt, dass es die blanke Kifferfreude ist. Doch dazwischen toben sich die Vier Portländer gern und oft abseits des üblichen Geländes aus wie der Dude im Spielzeuginstrumentenladen: Orgeln jaulen sich in grandiose Gänsehautharmonien rein, die Gitarren kratzen lustvoll an der Verpackunsfolie frisch gelieferter Disharmonien, und zwischendrin klimperts immer mal abgedreht-infantil, auf das man die Songs nie wieder vergisst Bitte der Bühne auf Knien nähern!
Leiht Euer Ohr einer Legende: Die Ryker’s aus Kassel waren in den 90ern zweifellos einer der wichtigsten europäischen Hardcore-Beitrage – und nun findet die Band wieder zusammen, weltexklusiv und einmalig auf dem WFF! Nachdem die 2008 geplante Reunion-Tour traurigerweise geplatzt war, unternimmt die Band damit einen neuen Reunion-Anlauf und bringt ihre einmalig geile Mischung aus loyal-unarroganter Hardcore-Kraft und brutal schlauen, frisch-weltoffenen Metallsplittern zurück auf die Bühne. Von der Straße und stets mit beiden Beinen darauf, aber weit über den Tellerrand. Wer sich auch nur ansatzweise für derbe Sounds mit Moshpit-Sogwirkung erwärmen kann, der kommt an dieser Eruption und ihren historischen Wurzeln nicht vorbei!
Als die Prügelknaben von Sick Of It All beim ersten WFF der Geschichte per Co-Headliner-Position alles in Schutt und Asche legten, waren die New Yorker Prägestempel und Exoten gleichermaßen. Eine Harcoreband auf einem Metalfestival? Oder war es nicht doch umgedreht? Die Granate hat ja wohl voll gezündet, denn heute sind SOIA wieder beides: Exoten, weil ihr mittlerweile traditioneller Hardcore in der heutigen Szene wie aus der Zeit gefallen scheint - und Prägestempel, weil die Band vorbildlich für zeitlose, scheuklappenfreie, geistreiche und trotzdem adrenalinübersättigte Groove-Moshpitwut fernab aller Konventionen steht. Alles, was eine echte Legende ausmacht eben - und deswegen die unauslöschliche Zündflamme auch noch nach 20 Jahren Vollwucht-Vergnügen. Denn Sick Of It All ist der vielleicht ultimative Kern aller Härte eueres Lieblingsackers! Der Hardcore, sozusagen...
Scheiße... hier ist alles voller Blut! Wann immer Euch in diesen Tagen ein Riffgeschoss trifft, egal von welcher Band, egal ob Hardcore, ob Speedthrash, ob Deathcore - es ist kaum wahrscheinlich, dass es nicht in irgend einer Weise von Slayer inspiriert, abgekupfert oder initiiert wurde. Fragt irgendeinen beliebigen Metal-Musiker oder Fan abseits ausgetretener „True“-Pfade nach seinem essenziellen Lieblingsriff. Fragt nach dem Messer, dass jemals am tiefsten ins Fleisch drang: Es wird mit 90-prozentiger Sicherheit von Slayer stammen. Die vier Amis sind die Mutter aller extremen Metal-Spielrichtungen; eine Meta-Band, die man nicht auf „Kult“ oder „Geschwindigkeit“ oder „Brutalität“ oder „Melodie“ reduzieren kann - weil sie alles in einem zusammenperfektioniert. Das macht Slayer immer wieder zum perfekten Headliner des WFF, und zigfach Schutt und Asche ziehen eine markante Spur durch die Historie eures Lieblingsfestivals. Deswegen, zum Jubiläum, für Euch: Die Meister des Blutes!
Wer ein Album ebenso schlicht wie großkotzig „The Record“ nennt, muss entweder dringend mal zum Onkel Kopfdoktor - oder aber, er kann sich das nun einmal leisten, weil das entsprechende Klangfutter dahintersteckt. Wie bei den Dreckcore-Helden Smoke Blow, die mit dieser ihrer exakt so benannten letzten Scheibe das definitive und damit hoffentlich nicht finale Statement der Bandgeschichte abgeben. Die einmalige Assi-Mischung aus mörderischem Doomgroove, Death‘n‘Roll und räudigem Straßenköter-Punkcore hat auf „The Record“ eine kaum mehr zu toppende Schlagkraft erreicht. Die Band aus Kiel feuert mittlerweile Hammerhit auf Hammerhit mit der Präzision einer Reaper-Drohne - betätigt den Abzug aber mit großem Herz und dem stets präsenten Blues in der Seele. Nach dem Tourjahr 2012 will dieser Sympathentrupp den Namen Smoke Blow aus dem Profi-Business heraushalten und nur noch aus Spaß an der Freude gelegentliche Einzelgigs spielen - also zurückgehen auf das Level, von dem aus man vor einigen Jahren als bissiger Newcomer das WFF von hinten aufzurollen begann. Respekt, diese Eier hat nicht jeder - ein Grund mehr also, Smoke Blow gebührend abzufeiern! Nachhol-Show von 2012! Eine der letzten Möglichkeiten die Band 2013 noch einmal live zu erleben! br>
Das Prädikat „Urgestein“ ist ein überstrapaziertes: Eigentlich nur verwendbar für Bands, die wirklich von Anbeginn mit dabei waren, wird es heutzutage gern jeder Hustentruppe ans Revers geheftet, die die letzten 10 Jahre halbwegs unfallfrei durchgerockt hat. Sodom dagegen haben ihn sich verdient: Das räudige Ruhrpott-Trio hat dem Saubermetal teutonischer Prägung schon in die Protoplasma-Suppe gespuckt, als die Eltern vieler heutiger Hartklang-Helden noch nicht einmal wussten, dass es dereinst zum Geschlechtsverkehr kommen sollte. Das Ergebnis: Metal ist unter dem weltweit gestreuten Einfluss von Tom Angelripper und Co. heute dreckiger, geiler, grooviger und geradliniger, als er es ohne diese grandiose Thrashbrut wäre. Bombenhagel oder was? Her damit!
Wie Trumpf die stumpfe Nummer mitunter sein kann, machen die Bösecore-Amis Terror immer deutlicher: An dem brutal-direkten Hackfressen-Gehämmer der Truppe aus Los Angeles müssen sich mittlerweile selbst New-York-Helden wie Sick Of It All messen lassen, und selbst Hatebreed, die Könige des derb metallisierten Streetcore, müssen Terror oft auf Augenhöhe begegnen. Hier ist jeder Breakdown eine Kriegserklärung, jedes Riff eine Bulldozer-Attacke, jeder Drumeinsatz eine Rhino-Stampede auf Speed. Wer Sinnlichkeit sucht, ist bei diesem Wutklumpen von einer Band ergo goldfalsch: Terror drückt dich roh, direkt und ohne jedes Gelaber direkt mit der Kauleiste tief in den Dreck vor der Bühne, um dann auf deinem Hinterkopf herumzutrampeln. Und zwar so geil markant, dass Du das nie vergisst!
ahrzehntelang hat TDWP auf dem Hartklang-Spielfeld einen Wirkungstreffer nach dem anderen versenken können, weil seine Protagonisten cool und gewaltig aufspielten – und nur auf eine bestenfalls exotisch ambitionierte (Mortification) bis erheiternd alberne (Stryper) Gegnerschaft traf. Warum also nicht dem Höllenfürst mal mit heiterer Gelassenheit eine derart stramme Keule zwischen das Geweih orgeln, dass er die Engel im Heaven-Shall-Burn-Modus brüllen hört? Die sechs Ohio-Amis von The Devil Wears Prada schnitzen seit einigen Jahren mit großem Vergnügen an einem solchen Hauwerkzeug: Ihr christlicher Metalcore ist innen mit abgefahrener Elektronik, filigranen Breaks und Tacker-Melodien so einmalig beeindruckend ausgeschmückt wie der Kölner Dom, ballert aber mit seiner Außenhaut aus Ultrabrutalo-Riffs griffig und gemein durch den Moshpit wie ein Leopard-Panzer durch Buttercremetorte. Der Teufel in Prada-Unterwäsche? Gute Vorstellung - und ein klarer Punkt für die helle Seite …
War ja kaum anders zu erwarten: 2011 noch als fulminanter Newcomer-Tipp gestartet, sind die Amis von The Ghost Inside mittlerweile zur unübersehbaren Metalcore-Macht angeschwollen. Weil: Ohne zusammengebissene Zähne kommt das In-Die-Fresse-Hauen einfach mal besser und charmanter - ohne das man dabei Abstriche am strammen Schlag machen müsste. Die Aufsteiger aus Los Angeles haben einfach den Bogen raus, wie man aus sämtlichen liebgewordenen Szene-Must-Haves eine ganz spezielle Partykiste zimmert, in der einfach jeder Nagel an die richtige Stelle gedroschen wurde. Klar, dass das zur massiven Feier-Eskalation zwischen Circle Pit und Wall of Death gerät. The Ghost Inside ist einfach ein Phänomen, dass einem mit simplen Bordmitteln, aber ohne nähere Begründung und viel Schmackes die Birne so verblüffend wegballert, dass man einfach nicht zum Nachfragen kommt. So und nicht anders!
Warum die Weltraum-Nazis aus dem Kultfilm “Iron Sky” komplett unrealistisch sind? Weil die Rückseite des Mondes bei deren angeblicher Landung längst besiedelt war – von Weltraumzombies, Grusel-Aliens und Punkrock-Marsweibchen mit mindestens drei Titten! Keiner weiß das besser als die Horrorpunks von The Other aus Leichlingen. Dort, wo die legendären Misfits vor vielen Jahren schimpflicherweise aufgehört haben, machen die vier deutschen Sargnagler mit Punkattitüde, Elvis-Schmelz und Prügel-Rockabilly so heftig und gut weiter, dass sie längst die Pyramidenspitze der europäischen Horrorpunk-Szene im Sturm genommen haben. In diesem krude-kultigen Labyrinthabzweig unserer allumfassenden Hartklang-Szene gibt es einfach nix Besseres – und das Beste war für das WFF schon immer gerade so genug…
Meine Fresse, wenn diese Musik von innen kommt, dann will man sich mit diesen gestörten Aussis lieber nicht allein in einem Raum aufhalten: TAIM fabrizieren technologisch ausgeklügelten Hass - perfide, kalt, zerstörerisch und dabei faszinierend in seiner Präzision und Durchschlagskraft. Das ist Math-Deathcore in Vollendung, der seine anspruchsvolle Überperfektion aber nicht in die üblichen verschraubten Unnachvollziehbarkeiten presst. TAIM-Songs sind stattdessen unfassbar ästhetische Monolithe, die wie bedrohlich-gnadenlose außerirdische Architektur plötzlich in der hiesigen Metal-Vegetation emporragen. Da hat das WFF-Team mal wieder einen atemberaubenden Rohdiamant entdeckt - denn wenn diese Freak-Band einen in der Masse trifft, dürfte dabei nicht weniger herauskommen als ein historischer Gänsehaut-Moment.
Was für ein brachial grandioser Knattersalat: Die fünf Berliner von War From A Harlots Mouth schaffen es mit ihrem irren Mix aus eitrigem Grindblast, vertrackten Jazzbreaks, ausgetüftelten Frickelriffkaskaden und abgründigem Tiefbassgegurgel, dass penetrantes Maschinengewehrfeuer zwischen den Noten sogar noch als aberwitziger Zombiegroove durchgeht. Ganz klar keine Band für nebenbei, sondern was für Auskenner und Liebhaber – und davon gibt es bekanntlich nirgendwo mehr als auf dem With Full Force! Das aktuelle WFAHM-Album „Voyeur“ ist dann auch genau das: Ein gieriger Blick nach überall und nirgends, der jedes Mal einen spannenden, neuen Eindruck hinterlässt. Das hier ist keine Band, das ist ein Kosmos – die Freude könnte entsprechend kaum größer sein!
Dieser Band scheint die Sonne voller Wucht aus dem Arsch - anders jedenfalls ist kaum zu erklären, warum die fünf Engländer Your Demise kalifornischer klingen als so manche Hardcore-Band aus dem Sonnenstaat. Die Truppe tönt im wundervollsten Derbgroove-Sinn nach einer Art Suicidal Tendencies 2.0 auf Steroiden, hat dabei aber einen ganz eigenen Weg gefunden - vor allem der großartig angekratzte Hymnen-Gesang von Schreihals Ed McRae tönt breiter und wesentlich souveräner als das oft arg angepisste Gebell von ST-Frontlegende Mike Muir. Unterm Strich ergibt das allerfeinstes Turbofutter für den WFF-Moshpit - unbedingt mitmischen!