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BAND INFOS 2016



4 PROMILLE

Diese Düsseldorfer waren in ihrer ersten Version eine hundsgemeine Sauf-Oi!-Kapelle, die akustische Entsprechung vollgekotzter Bordsteine, vollgesprayter Kellerklubklos und vollgelaufener Randgruppenrandalierer - 4 Promille war da Programm im Wortsinn des Bandnamens. Sound, Skills oder Songwriting oder andere Feinheiten spielten da absolut keine Geige. Von diesem rohen Punkgerüst urwüchsiger 77er-Prägung hat die nach einem Neustart mittlerweile zur zweiten Version gereifte Gang vor allem die essenzielle Herzhaftigkeit auf das aktuelle Album „Vinyl“ mitgenommen. Ansonsten ist das Chaos einem geschickten Händchen für knackige Mitsing-Stücke des melodischen Gossen-Rock mit fettem Könner-Fundament gewichen. Freunde des Street-Rock, die auf klebrigen Pathos ebenso verzichten können wie auf zu breite Beine werden hier ihre allerhellste Freude haben!

Internet: http://www.vier-promille.de/




AMON AMARTH

Rudert, ihr Hunde - die Nord-Berserker haben Laune! Amon Amarth steht am Ruder, die dicke Death-Metal-Keule in den Baumstamm-Händen und ein entzückend mehrdeutiges Grinsen unter den Met-verklebten Bärten. Ist das jetzt heidenblutiger Ernst? Oder schon der pure Spaß? Beides gar? Fest steht: Statt sich wie die einstmals ähnlich kultigen Manowar zur albernen Eigenkarikatur umzudengeln, erinnern die Schweden mit jedem Hammerhieb auf erfrischende Weise an Häuptling Maulauf und seine Asterix-Normannen: Ohne eine Ahnung von Angst, aber mit unverschämtem Melodiegespür prügeln Amon Amarth im Stampfschritt über Europa und hinterlassen eine kernige Schleifspur aus Schutt, Asche, Märchenbuchfetzen und Brachialohrwürmern, gegen die es kein Mittel gibt. Auf! Die! Knie!

Internet: http://amonamarth.com/




ANNISOKAY

Harte Konkurrenz für frische Steilgeher wie Burning Down Alaska kommt aus Halle an der Saale: Annisokay zocken Höchstklasse-Emo-Metalcore, der die bekannten Zutaten des Genres in einem atemberaubend perfekt konfigurierten Treibsatz zusammenpresst - und mit einem unfassbarem Melodie-Geschick zündet. Die ruhigen Stellen sind bei dieser Truppe eigenwillig unpathetisch, die Moshparts bollern dafür eine Prise mehr als anderswo, und die Elektronik-Streusel auf der Torte sind stets elegant und nicht quietschbunt. Definitiv eine Band, bei der das Songmaterial heimlicher Star ist - eine derbe Bereicherung für euer Lieblingsfestival!

Internet: http://www.annisokay.com/




ANTI-FLAG

Jetzt schrappt der rohe Grob-Beton der Realität über die offene Fleischwunde der gesellschaftlichen Ignoranz! Die Amis Anti-Flag halten als eine der letzten Bastionen sozialen Gewissens das Banner der Vernunft hoch über den Köpfen der tumben Konsumentenmasse, die ja nach wie vor erbärmlich an ihren selbsthalluzinierten Ängsten würgt. Die Waffe dieser Ehren-Truppe ist nach wie vor klar das Wort, allerdings geschärft mit einem formidablen Pfefferspray-Mix aus krachig-schmutzigem Ur-Punk und grimmigem Straßen-Hardcore. Diesen allerdings serviert das Quartett um Schrei-Könner Justin Sane in so geschickten Dosen, dass auch der hippe Hosen-Hörer gern mal eine Priese inhalieren möchte. Cleverer Schachzug – denn das Zeug zieht heftig hoch ins Hirn!

Internet: http://www.anti-flag.com/?lang=de




ARKTIS

Das hat aber lang gedauert, bis diese Neue-Deutsche-Härte-Menschen mal die zappendustere Eisbrecher-Schweißerbrille abnehmen und mitbekommen, dass hier draußen statt der ewig gleichen Rammstein-Riffs schon längst das Mündungsfeuer des Metalcore raucht und blitzt. Oder umgedreht: Arktis aus Hannover sind voll Metalcore-kompatible Jungspunde mit beachtlichen Postcore-Genen - was beiden Genres ausgesprochen gut tut: Hart und brachial, aber mit viel Gefühlstiefe umschifft Arktis geschickt alle Klischee-Klippen - ohne dabei krampfige Haken schlagen zu müssen. Stattdessen kostet die Truppe das Hitpotenzial beider Seiten genüsslich aus und schafft es sogar, schmerzfrei Mark Forster zu covern: gute Idee, geile Band, großer Wurf!

Internet: http://www.wirsindarktis.com/




AUGUST BURNS RED

Stumpf ist eben nur manchmal Trumpf: Weil ständiges Hin-und-Hergepumpe von Breakdown zu Breakdown am Ende auch keinen coolen Metal-Core macht, setzten die Genre-Hoffnungträger August Burns Red seit Jahren auf den richtigen Mix aus Riffwalzen und progressiven Elementen, ohne dabei an Math-Gefrickel zu denken. Die vier Ami-Christen aus Pennsylvania krümeln stibizte Stilblüten von Blackmetal bis Flamenco mit regelrecht dreistem Geschick in ihre derben Wutklumpen, so dass man am Ende keine Wahl mehr hat, über die Rechtmäßigkeit der Rezeptur nachzudenken: Das Ergebnis ist einfach nur viel zu geil, das Gesamt-Plattenarsenal der Truppe gehört in jeden Schrank, die Faust in die Luft und die Nase aus der Wall Of Death heraus in den WFF-Dreck vor der Bühne!

Internet: http://www.augustburnsred.com/




BAD RELIGION

Eine Ikone, ein Monument des Punkrock wertet in diesem Jahr erstmals Eurer Lieblingsfestival auf: Bad Religion aus Los Angeles haben mit Überplatten wie „Suffer“ oder „Stranger Than Fiction“ das gesamte Genre maßgeblich mitkonstruiert und bilden zudem das Fundament des immensen Punkrock-Labels Epitaph. In keiner anderen Band fließen Feier-Power und Haltung, melodisches Großkönnen und Pogo-Eruptionen so auf den Punkt zusammen. Kaum eine andere Punkrock-Band kann sich eines so übervollen Reservoirs von Meilenstein-Hammerhits bei gleichzeitiger Variationsresistenz rühmen, und kaum eine andere Truppe dieses Planeten hat es geschafft, derlei Vorzüge über 30 (!!) Jahre wach und frisch und gewaltig zu halten. Das, liebe Full Forcer, wird kein Konzert. Das wird eine gottfreie Gegenmesse!

Internet: http://www.badreligion.com/




BEARTOOTH

Was für ein scharfkantiges Punk-Fickdich, das einem die Amis Beartooth als ihre ganz eigene Vorstellung von Metalcore ins Gesicht rotzen! Das Quintett mag auf seinem Debüt „Disgusting“ vielleicht keine sonderlich neuen Zutaten am Start haben - der chaotische Zorn der Truppe ist aber sowas von einmalig, dass einem die Zähne bereits vom Schallkontakt aus dem Kiefer bröseln. Zumal Sänger Caleb Shomo sowas von abartig brüllt, dass man regelrecht Schiss bekommt, es könnten einem über den Bühnengraben hinweg kleine Stücke blutigen Lungengewebes aufs Shirt klatschen. Diesen Bärenzahn bekommt ihr nie wieder aus eurem Hintern raus!

Internet: http://beartoothband.com/




BEHEMOTH

Satan ist kein Witz: Die Polen Behemoth huldigen dem Gehörnten mit einer ernsthaften Magie aus boshaftem Dunkel, mörderischer Energie und massenhypnotischer Ansprache, ohne dabei auf Blackmetal-Klischees zurückzugreifen. Das einstige Death-Metal-Trio ist auf seinem Gebiet längst Legion und hat dabei eine Mixtur perfektioniert, die einem das Seelenheil direkt ans Höllenfeuer fesselt. Technisch atemberaubend perfekte Raserei trifft hier auf eine erhabene, in sich ruhende Besessenheits-Atmosphäre, wie man sie in dieser Reinform allenfalls noch bei den frühen Morbid Angel oder Celtic Frost zu „Into The Pandemonium“-Zeiten vorfindet. Huldigt den wahren Anti-Göttern!

Internet: http://behemoth.pl/




BEYOND THE BLACK

Dass die Idee des sinfonischen Metal in den letzten Jahren von Kapellen wie Lacuna Coil oder Within Temptation zu einem lächerlich pathetischen Brei zerkaut wurde, macht sie ja nicht prinzipiell schlecht. Im Gegenteil: Die Intensivität, mit der die jungen Mannheimer Beyond The Black das Genre wiederbeleben, geht sofort unter die Haut! Sängerin Jennifer Haben hat einen mit ihrer gar nicht opernhaften, angenehm rauen Sirenenröhre sofort an den Lauschlappen, und die Band versteht sich auf eine kernige Balance zwischen echt packenden Score-Sounds, waldwiesenwürzigem Folk-Flair und derber Metal-Haue von Wikingerkeulen-Format. Da zückt sogar der Hardcore-Freund respektvoll die Pommesgabel!




BORKNAGAR

Mein lieber Schwan, da hat aber jemand heimlich geübt! Solle irgendwem letzthin dann doch etwas die Lust am übermächtigen Progressive-Folk-Blackmetal Borknagar abhanden gekommen sein, zieht ihm die Norwegische All-Star-Band mit ihrem aktuellen Killer-Silberling „Winter Thrice“ 20 Jahre nach dem legendären Debüt souverän das Fell vom Gemüt. Die souveränen Vikinger pumpen einem die Natursäfte mit Hochdruck durch den Körper, prall und frisch von unsterblichen Melodien, gewoben in großartige, lebensfette Arrangements, fernab aller Genre-Trampelpfade. Diese Wunderband noch einmal in dieser unerwarteten Superform zu präsentieren, ist uns eine Ehre - so dürfen die Jungs auf den Full Force-Brettern gern Wurzeln schlagen!

Internet: http://borknagar.com/




BREAKDOWN OF SANITY

Wie weit man es aus eigener Kraft schaffen kann, zeigt dieses Schweizer Schmuckstück von Metalcore-Granate: Breakdown Of Sanity sind seit nunmehr fast zehn Jahren aus Prinzip ohne Label und haben sämtliche Alben, Videos und Tourneen im klassischen Do-It-Yourself-Verfahren auf die Beine gestellt. Ihre geradezu majestätische Version des Genre-Sounds klingt nur beim Erstkontakt klassisch - düsterer Schliff, überaus starke Melodie-Arbeit und eigenwillig adaptierte Postcore-Strukturen sorgen zusammen mit dem exorbitant brachialen Gesang für eine sehr spezielle Note. Die Truppe kann mit den modernen Speerspitzen der Bewegung nicht nur problemlos mithalten, sondern zeigt mit schrägen Ideen und unerhörten Strukturen, wo es abseits der eingetreten Pfade wieder mal so richtig geil wird.




BURY TOMORROW

Besser kann man Extrem-Brutalität und Pop-Appeal nicht aneinanderrücken, ohne einem der beiden Pole Gewalt anzutun. Bury Tomorrow aus Britannien bringen die derbe Metalcore-Faust mit unglaublich cremigen Emo-Melodien zusammen, ohne dabei überdreht oder klebrig zu werden. Das Ergebnis: Hitpotenzial im Quadrat, perfekt aufpoliert und packend vom ersten bis zum letzten Ton. Die Band ist eine Pit-Granate für alle Generationen und bietet bestes Einsteiger-Futter wie auch ausgeklügelten Genuss für Auskenner. Und ab gehts!




BUSTER SHUFFLE

BUSTER SHUFFLE Härte ist nicht unbedingt eine WFF typische Tugend der Ska-Monster Buster Shuffle - Intensität aber umso mehr. Die Briten wagen sich mit offenem Herz und sicher tänzelndem Schritt immer wieder aufs Pop-Glatteis, wo sie eine verdammt noch mal fuckin‘ brillante Figur abgeben! Buster Shuffle wirkt wie eine bezaubernde Mischung aus einer entschlackten Madness-Version und einer melancholisch wutbedämpften Variante von The Clash. Könnte man also böswillig als eine Art Ska-Postcore für Oi!-Skins bezeichnen – wenn einen die Briten mit ihren aus der Zeit gefallenen Melodie-Wunderkunst nicht schon nach wenigen Sekunden so dermaßen bei den Eiern hätten! 2013 hat diese Band ihre Sonderklasse auf dem WFF bereits eindrücklich unter Beweis gestellt - Zeit für eine Wiederholung!




CADAVERES

Aus dem Dunstkreis der Soulfly-Fanboys Ektomorf stammen die Cadaveres – und sie blasen den Altforderen mächtig heißen Dampf ins Genick. Die Startrampe der Ungarn besteht zwar ebenfalls aus groovegetriebenem Tribal-Metal der 90er-Neumetall-Schmiede, doch Cadaveres gehen mit dem Material doch deutlich flexibler um: Man nutzt die Möglichkeiten der Percussion besser aus, hat vor dem Songwriting auch Machine Head länger zugehört und dreht zudem den Wut-Regler nicht permanent an den Anschlag. Und das wirkt: Nach gelegentlichen fast chilligen Classic-Rock-Passagen drückt der Presslufthammer umso fetter!




COCK SPARRER

Seit über vier Jahrzehnten beißt die britische Oi!-Institution nach wie vor so mancher selbsternannten Straßencombo mit Schmackes die Eier ab. Cock Sparrer sind die Ursuppe aller Mitgröhl-Bands und stiefeln dich auch im zweiten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts mit polternden Nagelriffs, untotbaren Ohrwurm-Melodien und einer freudvollen Frische, die auf der Bühne aus den Altherren herausspritzt wie Bier aus einer hektisch aufgerissenen Dose, die man in der prallen Sonne gut durchgeschüttelt hat. Dass man dabei nicht mit den modernen Mitteln der Härte agiert, ungewöhnlich klaren Gesang anbringt und trotzdem ein konkurrenzlos hohes Energielevel aufkocht, macht dieses Gastspiel im doppelten Sinn zur absoluten Pflichtveranstaltung!

Internet: http://www.sparrer.fsworld.co.uk/




CRUSHING CASPARS

Schön, dass das WFF auch jene Wucht-Innovatoren nie vergisst, die nie auch nur in die Nähe eines Durchbruchs kamen. Dabei muss man die Crushing Caspars aus Rostock mit ihrer ebenso grobmotorisch brutalen wie thrashriff-präzisen Mischung aus Metal und Hardcore durchaus als Mit-Erfinder des Metalcore werten - als die diese heute so beliebte Art von Rabiatsound zu ihrem Markenzeichen aufbohrte, war das a) unter Metallern wie HC-Schädeln quasi verboten, b) nur im geschützen Raum von Seltsam-Crossover als närrische Schrulle geduldet und c) hatten die heutigen Metalcorler keine Ahnung davon, weil sie noch fieberfreudig ihre Powerrangers-Figürchen aus Ü-Eiern pulten. Die Caspars aber sind ihrer Macke treu geblieben und wirken heute so Circle-Pit-effektvoll wie Caliban und Co, klingt dabei aber völlig eigenständig - besonders im Melodiesektor, der stilvoll aus den Thrash- und Streetrock-Roots der Band gewachsen ist. Ergo: Crush, Caspars, Crush!




CRY MY NAME

Wow - da haben unsere Metalcore-Trüffelschweine doch mal wieder einen ausgesprochen exquisiten Nachwuchstip ausgegraben! Cry My Name aus Rendsburg lassen den Über-Briten Bring Me The Horizon die Nummer mit den Popsongs nicht so einfach durchgehen, sonder schärfen deren fabelhafte Basis mit einer mörderfetten Produktion, wütenden Tobsucht-Riffs, Walzengrooves und betonharten Chorus-Hooks nochmal richtig gallig an. Dabei setzen die deutschen Jungspunde verstärkt auf Rabiat-Hardcore-Schläge ohne Post-Beigeschmack - und zeigen dabei wie nebenbei ein lang nicht gehörtes Gespür für ganz große Songs. Unbedingt aus nächster Nähe antesten, diese Fabeltruppe!




CYPECORE

Nicht nur, weil die Musiker wie als Knicklicht-Grufties verkleidete Borg aussehen, gibt die Heidelberger Band Cypecore von weitem erst einmal das Bild das Bild einer Industrial-Rock-Truppe ab. Doch das Auge irrt, denn aus der stylisch schwarzen Maschinen-Synthese-Kälte heraus, spuckt das überraschend derbe Aggro-Quintett ein Death-Metal-Höllenfeuer voll infernalischer Melodie-Gewalt. Das klingt ziemlich derb nach super angepassten Fear Factory in der 2010-Version, nur in frisch und mit gehässigem Core-Geröhre als Gesang. Da bluten die Ohren und das Auge freut sich: Eine echte Entdeckung, zumal die Truppe ihr Schaffen in ein ausgefeiltes Science-Fiction-Gesamtkunstkonzept einbettet!

Internet: http://www.cypecore.com/




DESERTED FEAR

Ja, in Thüringen wird das Alter geachtet: Deserted Fear meucheln ihre elektrischen Saiteninstrumenten stilsicher, wie sie es von den Deathmetal-Altforderen aus den 90ern gelernt haben: Death, Obituary oder auch Entombed grinsen entzückt hinter den Grabsteinen hervor, mit denen diese Röchel-Frischlinge auf den Hörer eindreschen. Das tun sie aber mit aller Kraft der Jugend: Retro klingt das blutige Klangblei der Truppe zu keiner Zeit – vielmehr kann man sich mit Schmackes einen Platz auf Augenhöhe mit aktuellen Genre-Recken zurechtschlitzen. Da wird der Pit zur echten Schlangengrube – in der man aufpassen muss, nicht über die eigenen rausgefetzten Eingeweide zu stolpern. Uuuuaaaaarrrrgghh!

Internet: http://desertedfear.de/




DRESCHER

Volksmusik mit Thrash zu „Dresch-Metal“ zusammenzurühren, das klingt natürlich erst einmal nach einer suffkoppigen Scheißidee im J.B.O.-Fahrwasser. Was im Fall der Österreicher Drescher aber absolut in die Irre führt, denn die rabiate Truppe bringt auf geniale wie ernsthafte Weise die durchaus melancholisch-morbiden Momente steirischer Akkordeon-Weisen mit rabiater Slayer-Faust zusammen. Das klingt Null nach Bierzelt, sondern mal wie Finntroll mit gedimmtem Fun-Faktor, mal wie superhartgekochter Crossover alter Subway-To-Sally-Schule ohne Geige. Drescher ist damit eine absolute Kult-Entdeckung aus dem originellen Hochenergie-Segment, deren Güteklasse man allein daran ermessen kann, dass die sich mal eben die beste „Amadeus“-Coverversion ihres Landsmannes Falco im Turbohäcksler-Modus aus dem Ärmel schüttelt - immerhin ein Stück, an dem sich bereits zahllose Größen aller Genres heftig verhoben haben. Volle Wucht!

Internet: http://www.diedrescher.com/




EKTOMORF

Bam! Bam! Bam! Mag sein, dass dieses Stück Ungarn ein wenig in Brasilien liegt, aber wenn man gerade auf das Land an der Donau blickt, ist das mit Sicherheit nicht die schlechteste Sache. Zoltan Farkas lässt seine Wutschleuder Ektomorf also nach wie vor bittere Blei-Brocken in den Lagerfeuer-Groove kotzen. Das geht Schlag auf Schlag, immer rein in die Magengrube. Was bitte gibt es da groß nachzudenken? Diese Band ist seit Jahrzehnten dabei und immer noch in ungebrochener Bestform - gelegentliche Deja-Vus erfolgen also auf allerhöchstem Niveau. Also: Schnapp dir deinen Kadaver und lass das morsche Gerippe im Pitschlamm kreiseln!

Internet: http://www.ektomorf.com/




ENDSTILLE

Krieg is coming! Deutschlands großartige Grenzbereichs-Blackmetal-Armee packt auf dem WFF mal wieder den provokanten Kettensägenhammer aus und zeigt dem Rest der Szene, wie ein im dissonanten Wahnsinn zerbissener Tellerrand aussehen kann. Endstille hat sich nie in irgendeine heroische Pose begeben, sondern stets ein unangenehmes Element behalten, dass jeden Genuss am Geballer mit dem nötigen bitteren Beigeschmack versieht und nie die reine Freude an der hohen Metalklasse dieser Band zulässt. Was letztlich wirklich große Kunst ausmacht!




FALLUJAH

Was für eine irre Offenbarungs-Infusion! Fallujah aus San Francisco heben Deathcore auf ein völlig neues Level, was ihnen unglaublicherweise mit der Implementierung von Prog- und Ambient-Elementen gelingt. Denn trotz aller eingeschraubten Frickel-Finessen landet man auf dem aktuellen Gott-Album „The Flesh Prevails“ dabei aber nicht in erwarteten Djent-Gefilden, sondern in einer ganz eigenen Sonderklasse, die einen trotz der soeben per Todesklinge abrasierten Rübe in anderen Dimensionen direkt am Gemüt packt. Im Endergebnis läuft dieser unfassbare Brutalo-Mix, der Atheist und Cynic ebenso nebenbei streift wie The Acacia Strain, Deafheaven oder Wolves In The Throne Room, sehr direkt und zusammenhängend ein. Ein Gesamterlebnis von wahnsinniger Kraft und Schönheit, das hier auf eurem Lieblingsfestival zur Blüte kommen wird. Auf! Die! Knie!




FIT FOR AN AUTOPSY

Das Deathcore-Kommando aus New Jersey kann für sich den Titel der verständlichsten Grundband des Planeten in Anspruch nehmen: Fit For An Autopsy sind die Könige der brutalen Effektivität, ihr superfinsteres Death-Metal-Fundament wird mit der Vehemenz einer hassentfesselten Black-Metal-Truppe aus den Instrumenten geprügelt. Doch Sänger Nate Johnson versteht es, beim Grenzgang an den Stimmbändern im Mix aus Brüllröhren und dämonischem Geheul jedes Wort brillant wie blutig ins Gehör zu bohren. So wird man nicht alle Tage malträtiert! Und an der Gitarrenfront gibt es neben dem aktuell Core-geistigen Höllengroove der böse tiefer gelegten Eierschleifmaschine immer wieder formidabel eingestreute Sound-Gimmicks zu hören, die das Songwerk dieser Band-Entdeckung enorm aufwerten. An dieses Gefetze werdet ihr euch noch lange erinnern!

Internet: http://www.fitforanautopsy.com/




FIVE FINGER DEATH PUNCH

Endlich - diese amerikanische Todesfaust hat ja nun wirklich noch gefehlt in der Ahnengalerie eures Lieblingsfestivals. Five Finger Death Punch haben sich in den letzten Jahren an die Spitze des Modern Metal hochgeboxt, eine melodische Riff-Supermacht der Pantera-Klasse mit Brachialgroove-Nachbrenner. Die Truppe ist verdammt kantig und böse beim Erstkontakt und hinterlässt markante Abdrücke in der Hörergesichtsmitte - sind die ersten Zähne aber geschluckt, entwickelt man sich ungemein süffig im Abgang! Der Fünfer um Gitarren-Bulldozer Zoltan Bathory hat sich allerspätestens mit seinem aktuellen Angriffswerk „Got Your Six“ einen Logenplatz in der Rige der Metal-Legenden freigerempelt. Höchste Zeit, dass die bulligen Wundermusikanten Roitzschjora mal gründlich umpflügen!

Internet: http://www.fivefingerdeathpunch.com/




FRANK CARTER & THE RATTLESNAKES

Nachdem sich Ex-Gallows-Orkanröhre Frank Carter mit seinem eher lauschigen Breitflächen-Projekt Pure Love kurz seiner sanften Seite widmete, wurde sein Hals wieder mächtig dick: Unter der Flagge von Frank Carter & The Rattlesnakes fabriziert der Stimmband-Pitbull mit den tieftraurigen Augen wieder böse krassen Hardcore-Punk im drahtpissigen 70er-Style, der dir sämtlichen Zahnschmelz aus dem Schädelknochen wummert. Carter und seine Crew gehen dabei weniger mit aktueller Maximal-Schlagkraft topaktueller Kraftfutter-Produktionen zu Werke, sondern wüten eher mit der Eleganz alteingesessener britischer Kneipenschläger: Die essenzielle Wucht dieser grimmigen Ansage-Band stammt vielmehr daher, dass alle Beteiligten sich auf der Bühne mit 200-prozentiger Vehemenz für Euch die Seele aus dem Leib reißen. Willkommen in der Klapperschlangengrube!




GOITZSCHE FRONT

Die kürzeste Anreise hat bei diesem WFF die Goitzsche Front aus Bitterfeld: Herzhaft gestiefelter Straßenpunk-Oi!, mal mit derbem Ska-Drive, mal mit gefühligem Händchen für ansprechend unpeinliche Balladen hat der Truppe in den letzten Jahren einen hervorragenden Ruf in der neuen Deutschrock-Szene verschafft. Ehrlichkeit ist das große Thema dieser Urgewächse, ihr einnehmender Realitätssinn lässt einen die Faust umso lieber in die Höhe recken! Goitzsche Front spricht sich zudem überdeutlich für Menschlichkeit und gegen Gewalt oder Hass aus. Und hat musikalisch einen dicken Joker in der Taschen, denn wo ähnliche Artgenossen doch mitunter etwas verkniffen, hartgebügelt und pathetisch daherkommen, regiert bei den Bitterfeldern eine einnehmend unbefangene Herzlichkeit im Klang, überraschend oft getragen von einer feinen Blues-Sägegitarre. Rrrrrockt!

Internet: http://www.goitzschefront.de/




GRAVE

Potz Eiter und Verwesung! Mit Grave bietet euer Lieblingsfestival einen der tödlichesten Bleiklötzer der Grunzfraktion auf. Die erdreich integeren Schweden weichen seit ihrem „Into The Grave“-Debüt von 1991 nur soweit vom traditionellen Deathmetal mit besonders intensiv leichenstinkendem Doom-Faktor ab, wie eine Made kriechen kann. Grave sind damit ein Deathmetal-Gesamtkunstwerk, dass es fertig gebracht hat, in diesem Muster sagenhafte elf Alben so brutal wie spannend, so eindringlich wie frisch zu sargtischlern. Und im Konzert? Ist die Truppe ein einziger, unfassbarer Klumpen, der dir die Eingeweide zerfetzt! Ja, bei dieser wundervollen Institution verrottet das Rückgrat zuletzt!




GROOVENOM

Genau so macht man sich keine Freunde auf die Schnelle: Groovenom erschweren dem herkömmlichen eingelullten Szene-Festivalgast den Zugang zu ihrem Schaffen mit einem mehr als seltsamen Bandnamen sowie einem mehr als seltsamen Outfit irgendwo zwischen Eskimo Callboy und Behemoth. Das haut in die Fresse, und womit? Mit Absicht! Die Truppe aus Dresden will die Branche ordentlich gegen den Strich bürsten und fädelt, anders als andere Bands ihres Kalibers, Trancepop und Deathcore nicht abwechselnd hintereinander auf einen roten Faden - sondern ballert beides gleichzeitig aus allen Rohren. Das bolzt pervers und lässt gleichzeitig das Tanzbein heftig zucken, sodass der Zuckerguss noch direkt beim Aufträufeln heftige Risse bekommt. Brrrrutal!




GUTALAX

Scheiße - wollt ihr ein Eis? Na logisch aus Kacke! Die nach dem Abführmittel Gutalax benannten Tschechen erinnern mit bis zur Komik abartigem Gegurgelgesang der „Froschgequake“-Klasse an die herrlichen Hochzeiten des Endachtziger-Noisethrash von Granaten-Truppen wie Anal Cunt in der Dorftanz-Version: Vielleicht etwas weniger rabiat, aber dafür mit gewissem melodischen Wiedererkennungswert. Die böhmischen Klomänner pflegen mit ihrem Grind’n’Roll fast so etwas wie groovige Gemütlichkeit, während sie die Teletubbies „besingen“ und dazu auf der Bühne kilometerweise Klopapier abwickeln. Was für ein Furz - Ihr lacht Euch schlapp!




H2O

Hier gibt es kurz und knapp mit Schmackes in die Backen: Die Amis H2O sind die perfekte Party-Blaupause der melodischen Seite des New York Hardcore: Geile Hooks, packende Grooves und herrlich grölige Energie bis zum Anschlag. Zudem walzt H2O nie verbissen breitbeinig, nie von der pochenden Halsschlagader getrieben und nie wütend engstirnig - stattdessen gibt es den herzhaften Geist der ursprünglichen Szene-Freiheit, vom Straight-Edge-Sänger Toby Morse in herzhaft sympathische Szene-Hymnen aus Herz und Hirn gegossen. So lange es auch nur eine einzige Band wie H2O auf dieser Kugel gibt, wird der wahre Hardcore nie sterben. Mosh!

Internet: http://www.h2ogo.com/




HAMMERCULT

Alt ist das neue Neu! Hammercult spielen so rabiat angerostetes Atomkraftwerksruinen-Gehacke, dass man gar nicht anders kann als an derbe 80er-Kultbands wie Holy Terror, Hirax, Blood Feast, Agent Steel und vor allem die damals hyperkrassen Kanadier Razor zu denken. Allerdings geht das Rezept bei dieser Zermatscher-Kapelle aus Israel noch mal durch eine Art boshaften Death-Metal-Punk-Schleudergang: Hammercult verpassen dem guten alten Thrash Metal einen bösartigen Extra-Boost, der ihrem Retro-Sound sehr zeitgemäße Schlagkraft verleiht. Vor allem das abartig geile Gekeische von Front-Fleischbrocken Yakir Shochat ist eine markante Macht, die dem geneigten Full Force-Gast noch sehr lange in den Lauschlappen klingeln wird: Hier wird der Head gebangt, dass einem Angst und Bange werden kann. Tonnenschwerer, ähm, natürlich: Kult!




HATEBREED

Gäbe es den Begriff „Legende“ nicht - für diese Betonzerquetscher-Gang müsste er erfunden werden: Wobei die Amis Hatebreed ihren Status als WFF-Dauergäste quasi mit nur zwei Gängen eingefahren haben: Da ist die alles zermalmende Nackenbrechwalze und das bösartig schnelle Panzerbrechergeschoss. Aber Mensch, Leute! Schonmal versucht, jemandem mit Samthandschuhen die Fresse zu polieren? Hatebreed sind nach wie vor das Maß der Dinge in der weltweiten Vollwuchtbewegung. Hier krachen die effektivsten Wutklumpen des Hardcore mit dickem Schädel direkt gegen die meterdicke Metalriffwand. Jeder Song ist ein direkter Treffer aus der Pumpgun, jeder Gangshout ein Statement. Wenn es für die Brutalo-Amis um Brüllwürfel Jamey Jasta überhaupt so etwas wie artgerechte Haltung geben sollte, dann auf der Bühne in Roitzschjora!

Internet: http://hatebreed.com/




HAVOK

Hammer, wie drastisch die Amis Havok die pure Energie-Essenz aus dem Thrash Metal pressen! Dass die Jungspunde sich ausschließlich auf den Genre-Folterwerkzeugkasten der 80er und höchstens noch frühen 90er beschränken, ist in dem Fall ein echter Gewinn, denn Havok brettert mit so viel Verve und Vernichtungswillen los, dass der Brachialgeist des Thrash einfach mal so zackig aufersteht, als sei er eben erst erfunden worden. Hier werden nicht einfach die traditionellen Gleisen von Slayer oder Exodus abgefahren - die Band aus Denver dringt tief in die Materie ein und schafft es tatsächlich, aus den Eingeweiden von Heldenbands wie Dark Angel, Holy Moses oder Sacred Reich ein ganz eigenes Komprimat zu schaffen. Ihre Bärenstärke dabei ist eine unfassbar gelungene Kombination von scharf geschliffenen Melodien und In-Die-Fresse-Geschrote bei perfekt abgestimmtem Einsatz musikalischer Meisterschaft: Die sorgt dafür, dass es nie langweilig wird, ohne aber durch Übermotivation den nötigen Stumpfsinn der Brachialität zu verwässern.

Internet: http://havokband.com/




INQUISITION

Wer „Kult“ im Black Metal mit einer gewissen Skurilität gleichsetzt, dem bereiten die Kolumbianer Inquisition mit ihrem Gesamtschaffen seit den Spätachtzigern ein grandioses Festmahl: Das Duo vermengt auf eine goldig eigenständige Weise rasend entmenschtes Norwegen-Geklirre mit brutalen Death-Metal-Hakenschlägen und okkulten Akkustik-Passagen, verleugnet dabei aber auch standhaft seine finsteren Ur-Thrash-Roots nicht! Als Image pflegt man einen passend kernigen Steinzeit-Satanismus aus dem B-Horror-Regal des seligen Magnetbandfilmverleih-Lädchens im ehemaligen Gewerbegebiet Güllewiesen, den man wohl nur dann halbernst nehmen kann, wenn die eigenen Vor-Vorfahren von christlich-spanischen Eroberer-Arschlöchern derb in die Mangel genommen wurden. Vorgetragen wird das Ganze mit einem komplett emotionsbefreiten Knurrgesang, der auf seltsame Weise an eine böse gepitchte Schulenglisch-Version von Joachim Witt erinnert. Klarer Fall von „Love it or hate it“ - unter allen Umständen aber fein Szene-Insider-perlender, tonnenschwerer Kult!




JOHN COFFEY

Hier ist aber Dampf im Kessel! Die Jungs von John Coffey befeuern den Metalcore mit einer herben Schippe Streetpunk und legen zusätzlich eine fette Kelle Flammenrock obendrauf. Das kracht und knarzt und prügelt, dass das Rockerherzchen vor Freude nur so in der Brust hüpft! Und: Die Holländer verstehen sich zudem auf ganz große Hooks mitten aus der Hoch-Zeit des schwedischen Schweinerocks á la Hellacopters oder Backyard Babies - nur dass der Schmierfaktor hier komplett von einer hippelig-zeitgemäßen Core-Messerkante verdrängt wird. Das ist derb, das ist neu, dass kocht den Pit auf über 100 Grad - jede Wette!

Internet: http://www.johncoffey.nl/




LEGION OF THE DAMNED

Wie lässt man Altes ganz neu erklingen? Einfach Legion Of The Damned fragen! Die Holländer, die nun schon seit Jahren mit Hochleistungs-Chirurgenstahl an der Oberkante ihres ewig legendären Underdog-Status schaben, sind nach wie vor das Geheimrezept im Hexenkessel, wenn es um hyperbrutal-genialen Thrash geht: Göttlich krasse Riffkunst der exquisiten Slayer- oder Exodusküche trifft auf die Brutalität eines zeitgemäß ausgeklügelten Coremassakers, angepeitscht durch die hohe Schule des präzisen Hochgeschwindigkeitsgeknüppels. Mit unglaublich viel Spaß und Laune machen diese Mosh-Helden auf ganz ernsthafte Weise Schluss mit lustig. LOTD ist und bleibt die ultimative Definition von zeitgenössischem, mitwachsenem Thrash-Metal in diesem Jahrtausend. Bang! Your! Fuckin’ Head!

Internet: http://www.legionofthedamned.net/




LIONHEART

Die Oakland-Recken Lionheart schlagen ihren marterpfahldicken Revierpflock so nahe bei Hatebreed, Terror und Co ein, dass Herrn Jasta fast die Äderchen im Augapfel platzen dürften: Metalcore der rostig alten Schule ist angesagt, bei dem sich die NY-Straßenbeton-Walze noch schön schartig am Slayer-Schrotflinten-Riffing reibt: Diese Musik ist breit, gewalttätig und grundehrlich, mit dicken Eiern, brettharten Muskeln, dickem Hals und pochendem Herz - Hoolcore der Panzerkreuzer-Klasse eben, die ihn am Ende nur Amis auf die Kette bekommen. Eine vollends würdige Niederwalzung für die WFF-Crowd!




MONUMENTS

Auch Hirnknoten wollen appetitlich serviert sein - und die Monuments aus London beherrschen das meisterlich: Die geistvoll konstruierten und fein gefeilten Schrägen ihres Djent-Infernos sind weniger vertracktes Geprügel als vielmehr großartig gebaute Alien-Architektur von edler Raffinesse. Was vor allem am oft cleanen, mit wunderschönen Harmonien gepolsterten Gesang liegt. Die Genre-typischen Ambient-Momente dienen zudem weniger als Atempause, sondern sind als wichtige Tragflächen im Gesamtsound integriert - wodurch letztlich das Gebolze und Gegrowle einerseits effektiver und derber, andererseits aber nie enthemmt oder bösartig rüberkommt: Man ist sogar gelegentlich geneigt, die großen Fates Warning herauszuhören. Eine sagenhafte Band, die man sich nach erstem Volldampf-Baller-Kontakt auf der WFF-Bühne nachträglich unbedingt nochmal per Kopfhörer auf der Zunge zergehen lassen sollte!




NORMA JEAN

Es dem Hörer alles andere als einfach zu machen, ist beim Mathcore eher Bedingung als Effekt. Was den Hörerkreis zwar im Detail heftig euphorisiert, im Zweifel aber auch kleinhält. Die Atlanta-Amis Norma Jean haben aber eine Hintertür eingebaut: Sie lassen dem Hörer eine ziemlich reelle Chance, in ihren Dschungel aus Break-Barrikaden einzudringen, um die Schönheit ihrer Welt zu erfassen. Das pure Hirnknoten-Durcheinander seines Debüts hat das christliche Quintett dazu kontinuierlich mit graustufenreicher Postcore-Inneneinrichtung wohlklingend ausgestattet - und zudem einen feinen, sehr einnehmenden Zartbitter-Humor einfließen lassen. Dass Norma Jean dabei stets prügelhart genug blieb, um im Vorprogramm von Killerkommandos wie As I Lay Dying, System Of A Down oder Disturbed überaus aufrecht stehenzubleiben, hat sicher geholfen, um sich bis in die Billboard-Charts vorzukämpfen. Check!

Internet: http://normajeannoise.com/




OUR LAST NIGHT

Ein Schelm, wer hier an Linkin Park denkt: Feinsten Screamo-Postcore mit genau der richtigen Pop-Dosis liefern uns Our Last Night aus den U.S. of A. frisch aufs WFF-Gelände. Zugegeben – Freunde der eingangs erwähnten Überband, denen der HipHop-Anteil ihrer Schnuffel langsam doch zu hoch ist, dürften es besonders leicht haben, Our Last Night anbetungswürdig zu finden. Doch so einfach will die Truppe ihre Fanmaden dann doch nicht auf den Haken spießen: Die Jungs aus New Hampshire haben auf mittlerweile vier Alben und vier EPs einen verdammt ausgeklügelten und vielseitigen Stil entwickelt, der im Spannungsbogen zwischen anspruchsvoll-tiefsinnigem Postcore und zugänglichem Breitwand-Chart chargiert. Falls Du sie noch nicht kennst: Könnte deine neue Herzensband werden!




PARADISE LOST

Was hat die Gothic-Metal-Welle nicht alles an Unsäglichem hervorgebracht! Oder kann irgendwer noch eine Nanosekunde Operngejaller aus tiefem Dekolleté vor verzerrten Gitarren ertragen? Allein die Erfinder des Genres ficht das nicht an: Die Briten Paradise Lost ringen dem Subgenre mit urgründigem Grollen und süchtigem Sehnen, mit gerissen derben Schlägen und erdbebenden Grooves, mit geistreichen Melodien und schweißtriefender Riff-Finsternis Album für Album weitere Meilensteine ab - in denen man sich ebenso verlieren kann, wie es gut möglich ist, sich dazu einen breiten Nacken anzutrainieren. Und auch, wenn die Legende das böse G-Wort verständlicherweise nicht gern hört - Gothic-Metal ist eine verdammt gute Idee, wenn er so gut wie gedankenvoll gemacht und hammerherzlich heruntergedröhnt wird. Von seinen Erfindern etwa. Von Paradise Lost!




PERKELE

Im Vergleich zum ungehobelt röchelkratzigen Reibeisen-Sound der Schweden Perkele klingen die frühen AC/DC glatt wie eine polierte Rühr-mich-nicht-an-Schrankwand von Bon Jovi. Die Punk-Oi-Horde aus Göteborg schafft es auf ebenso grundehrliche wie ungeschönte Art und Weise, ihre Arbeiterseele in raue Songperlen zu drücken, in denen jeder verrutschte Akkord mitlebt und jedes Saitenknarzen in die Seele dringt. Selten hatte hochgekrempelter Songwriter-Rock mehr Draht in der Gitarre und mehr Stiefeltritt im Groove. Perkele ist ebenso räudig wie nachdenklich, trotzig wie angepisst, aber nie zur künstlichen Härte hochgedreht, nie zum Image erstarrt oder gar herzlos - was an den offenporigen Folklore-Einschüben liegt. Besser kann Oi-Straßenpunk nicht durch die Boxen gedrückt werden!




RAGNAROK

Weiterentwicklung fuck off! Ragnarok sind eine der letzten Bastionen des True Black Metal im Sinn von „true“: Hier stimmt nicht nur die satanische Einstellung, sondern auch die Drehzahl am Fleischwolf. Die Norweger mähen mit sägenden Eiszapfengitarren, hasserfüllter Winterwald-Kreischerei und infernalisch schnellem Hasenfickbeat-gepolter jegliche Aussaht der Menschlichkeit vor ihrer Turbosichel auf Null komma null Millimeter. Auf jedem Album, in jedem Song: Wer da noch was auseinanderhalten kann, gewinnt eine Kiwifrucht! Das freut den Genre-Puristen aus vollem schwarzen Herzen und lässt den Crossover-Nachvornblicker das Zelt verlassen. Es sei denn, er schafft es, das Ganze aus einem kabarettistischen Blickwinkel zu betrachten. So oder so: Der Unterhaltungswert dieser Klirrfaktor-Chaoten ist exorbitant!




RAUNCHY

Das wird aber mal Zeit: Die Dänen Raunchy sind mit ihrem Disco-Death quasi die Urväter aller hippen Trancecore-Truppen und mixen schon seit Beinahe-Urzeiten fluffige Synth-Hooks der Superpop-Klasse mit abartigen Todesröchel-Vocals und Brutalo-Riffgebretter der skandinavischen Könner-Klasse. Regelmäßig mündet das Ganze dann in packenden Wunderhook-Refrains, die man einfach glückselig mitsingen muss: Auch, weil Raunchy stets das Kunststück hinbekommen, trotz dicker Pathosschichten um alle Kitsch-Fallen einen clever großen Bogen zu schlagen. Kurz: Wir haben es hier mit einer mustergültigen Fullforce-Fabeltruppe zu tun, die sich hiermit endlich die Ehre gibt.




RISE OF THE NORTHSTAR

Eigentlich sollte die Bollo-Core-Granate ja bereits letztes Jahr auf dem WFF platzen - immerhin waren Rise Of The Northstar mit ihrem Bulldozerschild-Mosh einer der Überraschungs-Abräumer 2014! Doch dann mussten die Franzosen mit der brülligen Japan-Optik kurzfristig absagen - um die Schlappe nun wieder auszubügeln! Immerhin haben nicht einmal die übergroßen S.O.D. bis dato die explosive Vermengung von Thrashkettensäge und NYHC-Betonknüppel so zu Ende gedacht wie ROTNS. In der Version des 21. Jahrhunderts kommt das als so derbe Faust, dass für diese breitbeinige Truppe etliche weniger resolute Kollegen gehörig Platz werden machen müssen. Hier fusioniert die Energie aus zwei Welten auf einem ganz neuen Niveau - und der passende Atompilz wird über dem WFF-Pit zum zweiten Mal aufsteigen!

Internet: http://www.riseofthenorthstar.com/




SIBERIAN MEAT GRINDER

Trendkasper bekommen es bei dieser herzhaft russisch-rasanten Grobversion der grandiosen D.R.I. mit dem ganz großen Knüppel: Siberian Meat Grinder transformieren den Thrashcore der Mittachtziger-Betonwüsten ohne Energieverlust ins Jetzt und Heute, wobei sie durchaus auch mal in den Wäldern ihrer Heimat landen. Eine Bollerband allerfeinster Güte und mit einem sympathischen Exotenbonus, den die Russen angesichts ihrer bösartigen Raketenschubkraft absolut nicht nötig haben. Dürfen wir um diesen Mosh pitten?




SIX FEET UNDER

Kaum zu glauben: Seit Mitte der 90er dröhnen in Florida nun schon die tiefer gelegten Trommeln im blutig-brachialen Knochenknack-Groove! Six Feet Under haben gelegentliche kleine Tiefs immer wieder nach Zombie-Manier überstanden und sind nach wie vor ein herzlich bekiffter Röchelhaufen, der einem mit eiserner Todesfaust so kumpelhaft auf die Schultern klopft, dass man einfach auf die Bretter gehen muss. Trends sind diesen reitenden Brachial-Leichen und ihrem Metzgersound scheißegal - hier wird noch schön traditionel mit den Gebeinen geklappert. In Florida gehen die Uhren eben anders - jedenfalls so lange Grunze-Chris Barnes sich immer noch ein paar frisch gehackte Serienkiller-Geschichten aus dem modrigen Gedärm zu wringen versteht. Grrröööaaahhhrrrrgg!




SLAYER

Falls jemand ernsthaft daran gedacht haben sollte, die Graumänner von Slayer voreilig zum Altmetall zu sortieren: Mit ihrem aktuellen Rasiermesser-Album „Repentless“ schlitzt das Ami-Quartett derlei Hipstern ansatzlos die Gedärme aus dem Unterleib. Tom Araya und Kerry King waren, sind und bleiben die unanfechtbaren Könige des Aggressionsmetal – mit entsprechender Lässigkeit dürfen sie daher auch nach dem Tod des großen Jeff Hannemann ihren angestammten Platz an der Headliner-Schallkanone einnehmen! Denn zum einen hat die Wundertruppe mit Exodus-Saitenquäler Gary Holt einen mehr als würdigen Nachfolger gefunden – und zum anderen müssen mindestens 90 Prozent aller Riffs, die sämtliche anderen WFF-Bands an diesem Wochenende verfeuern dürfen, zu Slayer „Vati“ sagen. Es regne Bluuuut!

Internet: http://www.slayer.net/




SMOKE THE SKY

Ein derb groovendes Bleiglanz-Prog-Stoner-Monster kommt mit Smoke The Sky aus München: Die Schwerklang-Entdeckung erinnert dabei irgendwie an eine Dampfwalzen-Version von Hans Söllner, denn sie bietet ihren Wuchtsound bemerkenswert ungezwungen und leckmichamarschig - eigen und cool, trotzdem aber fein abgehangen und entspannt. Das klingt widersinnig? Aber genau das ist ja der Witz dieser feinen Bayern: Sie bollern wie ein Betonbrückenpfeiler in der Zeitlupenwiederholung eines Bombenvolltreffers, lassen dabei aber keiner Zorn oder Zerstörungswut erkennen und latschen locker lederbehost neben allen britischen oder amerikanischen Trends mit Clean-Gitarren-Gänseblümchen im Mund durch das Genre. Eine ausgesprochen bemerkenswerte Truppe - los gehts, volle Gönnung!




STEPFATHER FRED

Hier poltert der ölverklebte Satans-Trecker durch den Betondschungel: Stepfather Fred aus dem Allgäu sind eine supergroovige Dreckrock-Band, die man problemlos zu schicken Schweden wie den Backyard Babies ins Regal sortieren kann - obwohl das Quartett dafür eigentlich zu sperrig und grob geschnitzt ist. Denn obwohl man durchaus flammenrockig den Vorschlaghammer schwingt, wird im Stepfather-Fred-Lager doch angenehm leger auf die stylischen Verirrungen dieses doch gelegentlich zur Pose neigenden Hardrock-Schublädchens gepfiffen. Statt übermäßiger Streetpunk-Attitüde rockt hier ein herzhaft grober Prügel mit bajuwarischer Selbstverständlichkeit. Spaltet Schädel!Hier poltert der ölverklebte Satans-Trecker durch den Betondschungel: Stepfather Fred aus dem Allgäu sind eine supergroovige Dreckrock-Band, die man problemlos zu schicken Schweden wie den Backyard Babies ins Regal sortieren kann - obwohl das Quartett dafür eigentlich zu sperrig und grob geschnitzt ist. Denn obwohl man durchaus flammenrockig den Vorschlaghammer schwingt, wird im Stepfather-Fred-Lager doch angenehm leger auf die stylischen Verirrungen dieses doch gelegentlich zur Pose neigenden Hardrock-Schublädchens gepfiffen. Statt übermäßiger Streetpunk-Attitüde rockt hier ein herzhaft grober Prügel mit bajuwarischer Selbstverständlichkeit. Spaltet Schädel!




STICK TO YOUR GUNS

Mit ihrem einfach nur genial erfrischenden Hardcore-Geballer der modernen Weltklasse haben sich die kalifornischen USAmis von Stick To Your Guns mittlerweile mit Gewalt und Fleiß an die Spitze der Szene gekämpft: Tonal wird hier einfach nur die sonische Faust in deiner Magengrube versenkt - immer und immer wieder! Spätestens seit dem aktuellen, fünften Hammerschlag „Disobedient“ kann man den geil griffigen Singalong-Refrains in all ihrer dreckigen Groove-Wut auch eine abgeklärte Cleverness und Reife nicht mehr absprechen. Was die Band nicht daran hindert, ihren Geist immer noch mit der disziplinierten Präzision einer gut abgerichteten Bulldogge vorzubringen. Pflichtattacke!




STRAY FROM THE PATH

Feinschmutziger Kötercore kommt mit Stray From The Path verdammt tief gebückt: Die New Yorker mischen In-die-Magengrube-Prügelpunk mit biegsamen Stahlruten-Metalcore-Stahl zu einem zähen Betonsound, stoßen immer mal einen Hip-Hopper hinein und rühren das Ganze mit der schrägen Voivod-Thrash-Säge durch. Das ergibt eine völlig eigene Architektur beim Bunkerbau, sodass man sich von der Combo ausgesprochen gern mal ein Wochenendhäuschen mitten im Großstadt-Ghetto gießen lassen würde. Zumal das angepisste Schräglage-Kommando auch durchaus stichhaltiges Gedankengut mitzuteilen hat - da hat das WFF-Team mal wieder Supertalente mit ganz eigenem Kopp ausgebuddelt!




STRIFE

Legenden-Alarm, über all die Jahre der wasweißichwievielte auf Eurem liebsten Harthammer-Festival! Strife aus Los Angeles gehören mit ihrem brutalen Betonzerklopper-Hardcore der Dickes-Brett-Sonderklasse zu den Veteranen und Mitbegründern der Straight-Edge-Szene. Bemerkenswert an dieser Tondynamitstange war dabei bereits zu den Scheuklappen-Zeiten der frühen Hardcore-Szene mit ihren auf New York gedrehten Augen, dass Strife sich stets einen Dreck um eben diese Scheuklappen scherten: Punk- und Metalsplitter bildeten in ihren Kurzstrecken-Granaten stets wache Widerhaken. Um das den damaligen Hardcore-Dudes auch nachhaltig schmackhaft zu machen, musste die vegane Brigade immer extrem vehement auf den Putz klopfen, was ihr sowohl auf Platte als auch bei Konzerten stets meisterlich gelang. Ein Juwel ist hier am Start!




THE AMITY AFFLICTION

Obwohl die Australier von The Amity Affliction sehr emotionalen Postcore zocken, haben sie einen garstigen Bogen raus: Bei all ihrer melodischen Pracht vermeidet die Band den bei soetwas oft üblichen, weinerlichen Emo-Kitsch mit großem Geschick - man klingt verblüffend „unpoppig“, selbst in ruhigeren Fahrwassern. Sonderliche Instrumental-Eskapaden stellt die Truppe ebenfalls nicht aus - und wirkt trotz erdiger Grundhaltung und deutlich kratzenden HC-Wurzeln auch nie punkig mit Straßendreck bestäubt. Dabei ist The Amity Affliction dennoch eine derbe Pit-Bombe - in Gemüt und Magengrube. Wie das alles sein kann? Wir haben es hier mit formidablen Songwritern der Sonderklasse zu tun, die Euch schlicht und ergreifend am frei liegenden Rückenmark packen und daran unmittelbar vor die Bühne zerren werden. Sehr groß, das!

Internet: http://www.theamityaffliction.net/




THE BROWNING

Eine der Entdeckungen des Full Force lässt es 2016 wieder krachen. Mit seiner fiesen Mixtur aus finsteren Mörder-Riffs und lichter Brachial-Tanzbein-Elektronik gehören die Amis The Browning zur unschlagbaren Speerspitze des Electro-Core - eine Spitze, die sie bereits als Newcomer tief in den Bühnenboden eures Lieblingsfestivals rammen konnten! Die Jungs aus Kansas machen weiter, wo groovederbe Sympathieträger wie Enter Shikari oder Asking Alexandria einerseits und brutalmaschinelle Kampfdrohnen wie Nocturnus oder Fear Factory andererseits aufgehört haben: Jedes ihrer bisherigen Alben ist ein Geniestreich, der einen aus dem Moshpit direkt an die Herz-Lungen-Maschine katapultiert. Hier finden Metal und Elektronik in Perfektion zusammen!




THE HIRSCH EFFEKT

So, nun aber mal die Horchknorpel aufgesperrt: So frickelbreakig, wie man es ihnen mitunter nachsagt, sind die sympathischen Hipster-Emos The Hirsch Effekt gar nicht. Das Trio aus Hannover klingen zwar bei Erstkontakt erst einmal, als würden The Mars Volta zu My Chemical Romance mit Tool ficken und dabei Iwrestledabearonce covern. Doch wenn man sich nach wenigen Minuten dran gewöhnt hat, erschließt sich einem bei dieser Band ein wunderweites Feld deutschsprachiger Extrem-Musizierkunst, das sich collagenartig von Indierock bis Mathcore auffaltet und dabei herrliche Brachialklangbilder zeichnet, die alles andere als krampftechnisch sind. Sondern schlicht wunderschön. Aber hey: Hat irgendwer behauptet, das mit der Extase sei irgendwie leicht?




THE MATTER OF CHINA

Hier wird ordentlich Porzellan zerdeppert: Von Fulda aus schmeißen The Matter Of China einen respektablen Metalcore-SUV mit gehöriger Panzerung, stylischer Dezent-Lackierung und allen verfügbaren Extras an: Das Teil ist absolut in der Lage, gehörigen Roadkill in den Straßengraben zu schubsen, eignet sich aber auch allerbestens für eine Kuschelstunde auf dem Parkplatz kurz hinterm Ortsausgangsschild. Sprich: Diese Jungs haben das gesamte Spektrum drauf, um den geneigten Genre-Freund die Zunge tropfend aus dem Hals hängen zu lassen. Also, Leute, nicht lang überlegen: Ab in den Pit und dieses Sondermodell von Fabelband einfach mal angecheckt!




THE REAL MCKENZIES

Tief in den kanadischen Wäldern, da kann es einem Schotten schon mal leicht heimelig trüb ums Herz werden. In den Hochgeschwindigkeits-Kneipe’n’Roll der Real McKenzies mischt sich daher immer auch eine gehörige Portion Highland-Melancholie, was den folkigen Dudelsack- und Flöteneinschlägen bei dieser Band eine besonders innige, weiche wie ernsthafte Note verleiht: Wir haben es hier nicht mit laschem Kolorit zu tun! Der Melodie-Teil der McKenzies wirkt daher als perfekter Kontrast zum grobschrotigen Saufpunk-Geballer in bester Dropkick-Murphy-Tradition, mit dem die Truppe immer dann lospoltert, wenn der Launeschnaps als Triefnasen-Gegenmittel die Kehle runterfließt. Das hier ist daher irgendwie rauer, echter, lebendiger als die mittlerweile doch ziemlich auf Konsens polierten Murphys. Hoch den Kilt!


Internet: http://www.realmckenzies.com/




THY ART IS MURDER

Der Extrem-Geheimtipp ist mittlerweile zur Referenzgröße geworden: Thy Art Is Murder fabrizieren technologisch ausgeklügelten Hass - perfide, kalt, zerstörerisch und dabei faszinierend in seiner Präzision und Durchschlagskraft. Das ist Math-Deathcore in Vollendung, der seine anspruchsvolle Überperfektion aber nicht in die üblichen, verschraubten Unnachvollziehbarkeiten presst. TAIM-Songs sind stattdessen unfassbar ästhetische Monolithe, die wie bedrohlich-gnadenlose außerirdische Architektur in der hiesigen Metal-Vegetation emporragen. Sollte diese Musik wirklich von Herzen kommen, dann will man sich mit diesen Gestörten lieber nicht allein in einem Raum aufhalten - umso lieber aber vor ihnen im Pit!




TO THE RATS AND WOLVES

Ups, ist das hier die Manga-Version von Eskimo Callboy? Nur auf den ersten Blick: Zwar fabrizieren die Essener TTRAW ebenfalls bissigen Trancecore mit fiebriger Elektronik, Hüpfmoshgeboller, Röchel-Clean-Gesangswechsel und exorbitantem Charme-Faktor - setzen sich dann aber doch deutlich von den hochgeschossenen Übervätern der deutschen Genre-Vertretung ab. Die Band ist ernsthafter, musikalisch abwechslungsreicher bis zu ungeahnt balladesker Tiefe - und ersetzt die Gaga-Hasenkostüme der Feinfrost-Stripper durch eine ziemlich coole Asien-Mischung aus Visual Key, Cybergoth und Horrorpunk. Eine absolut sehens- wie hörenswerte Neuentdeckung des WFF-Teams, die für nachhaltigen Unterhaltungswert auf höchstem Energielevel steht!




TRAILER PARK SEX

Beim Trailer Park Sex dieser Hamburger Chaoten haben es offenbar Cynic und IWABO in der „Spheres“-Phase miteinander getrieben - und sich dabei von Mike Patton filmen lassen. Den aufmerksamen Moshpit-Mitmacher erwarten krude Breaks, die permanent zwischen Prog-verknotetem Deathcore, Giftschneckendoom und gelegentilchen Jazz-Akkorden hin- und herschalten. Was bei TPS aber auch nötig ist, denn das Kleingehacke einer jeden tragfähigen Songstruktur dient hier nicht zum Selbstzweck - die Truppe hat einfach irrsinnig viele Ideen und muss schlicht Unmengen unterschiedlicher, jeweils aber derb cooler Riffs und Melodien unterbringen. Lasst euch das mal ordentlich durch den Kopf gehen. In Orkanlautstärke natürlich - in welcher denn sonst?




TRIVIUM

Ihre einstigen Vorbilder In Flames haben Trivium längst in den Schatten gestellt: Dem Florida-Quartett gelingt es atemberaubend, traditionelle Metal-Stärken mit der Wucht aktueller Genre-Lesarten zu verbinden und dem Ganzen mit tödlich packenden Melodien einen eigenen Stempel aufzudrücken. Bei Trivium jagen alles zerfetzende Thrashstyle-Riffs bissige Heavy-Metal-Heckenschützen-Melodien, pathetische Gänsehautmomente werden von donnernden Salven-Grooves umgerissen, getrieben von einer fast schon beängstigenden Souveränität. Dieses Monster legt dabei eine unvergleichliche Originalität und Sympathie an den Tag und verpackt diese in bärenstarke Songmonumente, denen es nicht die Bohne ausmacht, dass Trivium auf dem aktuellen Silberscheibchen „Silence In The Snow“ gar klassische Geradeaus-Rock-Elemente für sich entdecken: Diese Wundertruppe knallt auch ohne Steroide längst komplett auf die Zwölf!




TURNSTILE

Die Amis Turnstile zaubern einen ganz fabelhaften Mosh in den Pit: roh und knochig und original wie aus den seligen 80ern: Das klingt nicht nur genial nach S.O.D. und Konsorten, sondern vor allem nach Shorts und Beton und wund geschürften Knien, das stinkt nach Umkleidekabine und durchgeschwitzen Klamotten. Das ist noch Hardcore-Thrash, der Musik maximal sportlich nimmt und den Hörer mit einem gepflegten Martial-Fighter-Kick in die Magengrube trifft. Denn die Truppe aus Maryland zelebriert ihren drückenden, schiebenden Vollkorn-Schrot-Sound nicht retrospektiv – sie metert rücksichtslos mit aller Kraft des Jetzt – hat dabei eben nur einfach noch die alten Turnschuhe an. Wird derb!

Internet: http://www.turnstilehardcore.com/




UNLEASH THE SKY

Wie „Seventh Son Of A Seventh Son“ oder „Somewhere in Time“ wohl klingen würden, wäre Iron Maiden erst in der Metalcore-Ära auf den Plan getreten? So: Unleash The Sky aus Darmstadt haben dem Stadionrock von 30 Seconds To Mars so lange brüllheißen Traditions-Stahl in die Venen gespritzt, bis daraus eine unfassbar geile Marvel-Ironman-Version wurde. Vor allem die klassische-feine Melodie-Metal-Gitarrenarbeit und die genial hookigen Chöre harmonieren atemberaubend mit den angesagt aufgepimpten Bulldozer-Riffs der jungen Deutschen. Alle Einzelteile werden zudem mit musikalischem Ernst und großer Geschmackssicherheit congenial zusammengesetzt, ohne eine Spur von Sarkasmus oder Klischee-Kitsch. Du hast noch keinen Plan, für welches Shirt du den letzten Zwanni des Festivals ausgeben willst? Für eines von dieser Sternencombo!




VADER

Schon erstaunlich, wie heiß Vader in ihrem Todeskessel das gute alte Bleisuppen-Hausrezept aus Morbid Angel und Slayer im sagenhaften 33.Jahr ihres Bestehens immer noch gekocht bekommen. Die Brutalo-Polen um Sänger, Gitarrist und Bandkopf Peter Wiwczarek sind, obwohl längst dank Standhaftigkeit zu einer Art Old School geworden, immer noch von einer rabiaten Frische, die einem die Lungen markant durchpfeift wie eine aus nächster Nähe abgefeuerte Schrotflinte. Kaum eine europäische Extrem-Metal-Band dürfte so viele Vernichtungskonzerte auf dem Kerbholz haben wie dieses Massaker-Geschwader, in dessen klopapierrollenlanger Diskografie auf eine herkömmliche stets zwei überdurchschnittlich geile bis legendäre Powerdeath-Thrashgranaten folgen. Also: Runter mit der Rübe!

Internet: http://www.vader.pl/




VARG

Hass ist die neue Toleranz: Die Wolfsmenschen von Varg reißen ihren Schlipsträger-Gegnern und anderen Andersmenschen gnadenlos das Fleisch von den Knochen und fressen sich satt daran. Die Pagan-Metaller aus Coburg tauchen auf ihrer aktuellen Album-Waffe „Das Ende aller Lügen“ ihre tödlichen Stahlpfeile vor dem Abfeuern gern in das Riff-Gift von Rammstein und spannen sie auch mal mit dem griffigen Bogen der Onkelz - mit der Wut eines nordischen Wald-Panzers. An dieser Kontroverse von einer Hitband kommt man derzeit einfach nicht vorbei - Achtung!




WALLS OF JERICHO

Hier kommt eine der mittlerweile vielleicht wichtigsten WFF-Bands! Immerhin konnte man auf eurem Lieblings-Festival im vergangenen Jahrzehnt mustergültig den Reifeprozess der Brachial-Amis Walls Of Jericho um Mikro-Furie Candace beobachten: Gestartet als breitbeinig bollerndes HC-Kommando, hat sich das Quintett aus Detroit mittlerweile zu einer souverän fiesen Extrem-Metal-Kapelle entwickelt, die ihre brodelnde Wut nicht mehr einfach nur rauskotzt: Längst hat man wesentlich effektivere Klangwaffen zwischen Thrash und Metalcore am Start - und schafft, wenn man will, sogar Balladen, bei der Miss Kucsulain zeigt, was für eine Wunderstimme hinter ihrem Kehlkopfeiter-Gebrüll schlummert. Nur der beißige Straßenkötergeruch dieser mustergültigen Pit-Granate, der ist geblieben!




WATCH THEM FADE

So schwer, wie es aktuell ist, dem umfassend ausgeweideten Metalcore noch neue Facetten abzugewinnen, so bewunderswert ist es daher, welches Hitpotenzial die Würzburger Watch Them Fade dem Genre noch abzupressen in der Lage sind. Das hat vor allem mit Mut zu tun: Extrem würgiger Todesröchelgesang trifft hier auf teils fast punkrockige Singalongs, die sich gelegentlich schon dreist der Hosen-Liga nähern. Und als Würze scheut man sich bei Watch Them Fade nicht, hin und wieder mitten im Bösgehacke das große Gefühlskino des Emocore anzuknipsen. Verdient absolut eure ungeteilte Aufmerksamkeit, dieses frische Streugeschoss!




WE BUTTER THE BREAD WITH BUTTER

Nachdem die kultigen Krawall-Schwachmaten We Butter The Bread With Butter mit ihrem vermeintlich „erwachsenen“ Album „Goldkinder“ vielleicht etwas zu tief ins poppige Niveau-Glas schauten, haben sie auf dem aktuellen Nachfolger mit dem trefflichen Titel „Wieder Geil“ den wirklich goldrichtigen Mix gefunden: Die einstige Erfolgsmethode, Kinderlieder zur Freude von Gymnasial-Girlies durch den Deathcore-Grindwolf zu orgeln, verknüpft der Fünfer aus dem brandenburgischen Lübben nun mit seriösen songschreiberischen Erfahrungen der letzten Jahre. Die Folge: WBTBWB entfesseln auf dem nächsten Full Force ein ungeahntes Brutalo-Hitpotenzial von europäischer Klasse – das ist genialer Metalcore mit eigener Kante, eigenem Humor und eigenem Anspruch. Willkommen zurück, ihr Schnuckel!

Internet: http://www.wbtbwb.com/


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